Die Ermittlungen in dem Mordfall auf dem Campingplatz nehmen eine dramatische Wendung: Als Hauptkommissar Brockmöller (Charles Brauer, rechts) Platzwart Böhlich (Peter Striebeck, links) verhaftet, fällt bei dessen Fluchtversuch die Leiche des vermissten Robert Wagner aus einem Boot. Böhlich ist schockiert, denn Wagner war sein Freund. © NDR

Charles Brauer - ein Leben für das Schauspiel

Stand: 03.07.2020 17:15 Uhr

15 Jahre lang spielte Charles Brauer den Hamburger "Tatort"-Kommissar Peter Brockmöller. Bekannt wurde er allerdings bereits vor seinen Auftritten im Fernsehen als Film- und Theater-Schauspieler.

In der Zeitung ist ein polemischer Artikel über Brockmöller (Charles Brauer, l.) erschienen; es geht um seine Beziehung zu einer angeblich von Harry Mucher erschossenen Polizistin, mit der Brockmöller befreundet war. © © NDR/Studio Hamburg
Bekannt wurde Charles Brauer als Hamburger "Tatort"-Kommissar Peter Brockmöller an der Seite von Manfred Krug alias Paul Stoever.

Schon im Alter von elf Jahren wird Brauer 1946 von einem Regisseur, der einen Film über Berliner Trümmerkinder machen will, in der Straßenbahn angesprochen. Das "Casting" findet auf einem Schuttberg statt. Brauer pult das Porzellanteil eines Telegrafen-Mastes aus den Steinen, benutzt es als Mikrofonersatz und gibt eine fiktive Box-Reportage zum Besten - die Eintrittskarte für seinen ersten Film.

Erstes Engagement für wenig Gage

Zu Hause ist man froh über die paar Mark extra. Der junge Charles heißt erst noch Knetschke, nimmt dann aber den Mädchennamen seiner Mutter an. Er steht auf Bühnen, bekommt ein bisschen Ausbildung an der Max-Reinhardt-Schule, lässt die aber sausen, als er trotz eines geplatzten Rollenangebots in Hamburg bleibt und hier erstes Geld beim NWDR als Sprecher verdient.

Wieder spielt er Theater, steht für fünf Mark am Abend auf den Brettern, bis er in der ersten deutschen Fernseh-Familienserie landet. "Die Schölermanns" zeigen sich ab 1956 alle zwei Wochen für eine halbe Stunde live für die noch wenigen Fernsehzuschauer. 200 Mark nimmt Brauer mit nach Hause, wenn er eigentlich gleichzeitig Theater spielen sollte, bleibt das Haus an dem Abend geschlossen. Solche Gagen konnte kein Intendant bezahlen.

VIDEO: Die "Familie Schölermann": Ein Straßenfeger (2 Min)

Charles Brauer wird "Tatort"-Kommissar

Entspannt singen die "Tatort"-Kommissare Stoever (Manfred Krug, rechts) und Brockmöller (Charles Brauer, links) ein Ständchen zu Ehren der Jungfrau Maria. Folge: "Rattenlinie", 2000 © NDR/Manju Sawhney
Nicht nur Ermittler, sondern auch "Swinging Cops": Stoever und Brockmöller stimmten immer gern ein Ständchen an.

Später spielt Brauer lange unter Gustaf Gründgens im Deutschen Schauspielhaus. Fernsehen ist kaum ein Thema bis Brauer 1986 Hamburger "Tatort"-Kommissar wird. 15 Jahre lang spielt er den Kommissar Peter Brockmöller an der Seite von Manfred Krug. Die beiden Herren jagen Mörder und mehren ihren Ruhm später noch durch Gesangseinlagen.

Brauer steht in den 2000ern regelmäßig im Hamburger Ernst-Deutsch-Theater auf der Bühne. 2016 spielte er an den Salzburger Festpielen unter der Leitung von Deborah Warner die Rolle des Gonzalo in Shakespeares "Der Sturm". Und auch mit über 80 Jahren ist Brauer weiter aktiv. Im NDR Doku-Drama "Unsere Geschichte - 125 Jahre Nord-Ostsee-Kanal" verkörperte er 2020 Otto von Bismarck.

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | 03.07.2020 | 10:45 Uhr

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