Projekt "Kunstrasen" © NDR Foto: Axel Seitz

Mecklenburgisches Staatstheater feiert "Kunstrasen"-Open Air

Stand: 08.09.2021 16:14 Uhr

Drei Premieren stehen Ende September auf dem Spielplan des Mecklenburgisches Staatstheater. Bis dahin präsentieren sich viele Künstlerinnen und Künstler auf dem "Kunstrasen" zwischen Theater und Museum.

von Axel Seitz

"Tatsächlich haben sich alle Sparten bereit erklärt, immer abends Programm zu machen, obwohl die wirklich wahnsinnig viel zu tun haben. Das spricht für diesen neuen Geist," sagt Nina Gühlstorff. Die Hausregisseurin hat entscheidend daran mitgewirkt, dass es auf dem Rasen am Ekhofplatz Kunst gibt.

Das Mecklenburgische Staatstheater darf kein musealer Tempel aus dem 19. Jahrhundert sein, sagt der neue Generalintendant Hans-Georg Wegner und kündigt neue Spielstätten in und außerhalb Schwerins an: "Und deswegen haben wir jetzt beschlossen, dass wir rausgehen, dass wir auch in der Stadt präsent sind, an unterschiedlichen Orten."

Künstlerinnen und Künstler aller Sparten mit kleinen Programmen

Bis es soweit ist, zum Beispiel für Theater in einer ehemaligen Zeitungsdruckerei im Stadtteil Großer Dreesch oder die Schauspiel-Premiere von "Solo Sunny" in einer neuen Spielstätte in der Kleinstadt Crivitz, wird es noch dauern. In den kommenden knapp drei Wochen sind jedenfalls unter freiem Himmel auf dem Ekhofplatz Künstlerinnen und Künstler aller Sparten mit kleinen Programmen zu erleben: vom Jungen Staatstheater Parchim über die niederdeutsche Fritz-Reuter-Bühne bis hin zur Mecklenburgischen Staatskapelle.

Für den Klangkörper hatten sich jetzt die Deutsche Orchestervereinigung und der Orchestervorstand dafür eingesetzt, dass die Staatskapelle künftig wieder mit mehr Musikern arbeiten kann. Die Bratschistin Sieglinde Fritzsche erklärt: "Es dürfen eigentlich nicht weniger als 88 Musiker sein. Das hatten wir auch. In den 70er- und 80er-Jahren war das immer der Standard. Unter dem darf es eigentlich nicht sein - das ist das Mindeste."

Situation der Staatskapelle verbessern

Und so gibt es die Forderung, dass in den kommenden fünf bis zehn Jahren mindestens zehn neue Stellen wieder für die Staatskapelle geschaffen werden. Intendant Hans-Georg Wegner wünscht sich auch ein größeres Orchester: "Wenn man sich bewusst macht, wie stark so ein Orchester auch Motor sein kann für das Theater und auch eine Qualität nach oben ziehen kann, dann kann man das gar nicht genug unterstützen. Da sind Stellen ein Punkt. Der andere Punkt sind natürlich aber auch Präsenz und Sichtbarkeit des Orchesters. Da werden wir auf jeden Fall ganz stark daran arbeiten."

Vor allem die Mitglieder der Mecklenburgischen Staatskapelle hoffen nun darauf, dass nach der Landtagswahl am 26. September ihre Forderungen von der neuen Landesregierung nicht nur gehört werden, sondern dass sich die künstlerische Situation auch verbessert. Immerhin ist die Staatskapelle mittlerweile das kleinste der vier Berufsorchester an den Theatern im Land.

Bis zum 26. September ist die Freilichtbühne zwischen Theater und Museum fast täglich geöffnet. Die meisten Veranstaltungen auf dem Schweriner "Kunstrasen" beginnen um 21 Uhr.

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Mecklenburgisches Staatstheater Schwerin © Mecklenburgisches Staatstheater Foto: Silke Winkler

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Das Mecklenburgische Staatstheater gehört zu den großen traditionsreichen Bühnen im norddeutschen Raum. extern

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Drei Premieren stehen Ende September auf dem Spielplan des Staatstheaters. Bis dahin wird auf dem "Kunstrasen" gefeiert.

Art:
Bühne
Datum:
Ende:
Ort:
Ekhofplatz
19055 Schwerin
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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Kulturjournal | 08.09.2021 | 19:00 Uhr