Stand: 01.06.2017 13:00 Uhr  | Archiv

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von Andreas Brauns

"Woher kommt eigentlich der Name 'Pfingsten' und was bedeutet er?"

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Darstellung des Heiligen Geistes in der Kirche von Saint-Nicolas de Véroce.

Der Name "Pfingsten" kommt von dem griechischen Wort "Pentecoste". Und das heißt nichts weiter als "der fünfzigste Tag". Pfingsten wird sozusagen am 50. Ostertag gefeiert, am 50. Tag des Osterfestkreises, wie es offiziell heißt. Und je nachdem, wie das Osterfest fällt, steht Pfingsten früher oder später im Kalender. Der Termin variiert zwischen dem 10. Mai und dem 13. Juni. Immer 49 Tage nach Ostern, also am 50. Tag. Der Begriff "Pfingsten" ist also ein reines Zahlwort und sagt nichts aus über das, was sich beim ersten Pfingstfest ereignet hat.

Pfingsten geschah - nach der biblischen Überlieferung - an Schawuot, am Wochenfest, am Fest der Weizenernte. So die Apostelgeschichte. Dieses jüdische Fest wird 50 Tage nach dem Passahfest gefeiert. So ist das Pfingstfest also zu seinem Namen gekommen. Als christliches Fest wird es erstmals im zweiten Jahrhundert erwähnt. Seinen festen Platz im Kalender hat es seit dem Ende des vierten Jahrhunderts. Bis heute steht es im Schatten der anderen beiden christlichen Hochfeste Ostern und Weihnachten. Was sich Pfingsten ereignet hat, ist irgendwie nicht spektakulär genug.

Pfingstwunder und Geburtstag der Kirche

Die Apostelgeschichte berichtet von Feuerzungen. Durch sie kam der Heilige Geist über alle, die sich in Jerusalem ängstlich in einem Saal versammelt hatten. All ihre Lebensträume waren geplatzt. Ja, sie hatten von der Auferstehung Jesu gehört. Auch von seiner Himmelfahrt. Einige waren sogar dabei gewesen. Doch wie sollte es weitergehen? Da greift Gott selbst ein - mit einem mächtigen Brausen vom Himmel her. Und aus verzagten Frauen und Männern werden Glaubenszeugen, die jeder in Jerusalem verstehen kann. In der Apostelgeschichte heißt es: Wieso kann sie jeder von uns in seiner Muttersprache hören? Das ist das Pfingstwunder.

Die christliche Tradition hat das Pfingstfest - in Anlehnung an das jüdische Erntefest - auch als Erntefest verstanden - im übertragenen Sinn: Die Ernte des Auferstandenen war die Gründung der Kirche. Pfingsten ihr Geburtstag. Pfingsten war sozusagen der Startschuss für die Verkündigung. Die Frauen und Männer konnten nicht mehr schweigen. Sie haben von ihren Erfahrungen mit Jesus erzählt. Haben Menschen getauft. Nicht allein aus sich heraus, sondern unterstützt vom Heiligen Geist, der Kraft aus der Höhe.

Mehr aus dieser Sendereihe lesen Sie in: "Noch eine Frage, Herr Pfarrer. 111 himmlische Antworten", LVH, 2010.