Sonnenuntergang am Meer. © Colourbox Foto: -

Weite hilft gegen das Getriebensein im Alltag

Stand: 12.07.2022 10:59 Uhr

von Pastorin Corinna Leimbach-Peters

Diese Worte gehen mir durch den Kopf, wenn ich jetzt im Sommer morgens wach werde und die Sonne scheint. Ich denke an unseren bevorstehenden Urlaub an der Ostsee: Über mir der Himmel, Wolken ziehen vorüber. Ich spüre den Wind in den Haaren und Sand unter den Füßen. Ich sehe schon, wie mein Blick über das Wasser schweift und ich das Rauschen der Wellen höre. Spüre die Weite, die vor mir liegt. Weite gegen alle Enge der vergangenen Monate, die uns das Herz schwer gemacht hat und auch immer noch schwer macht. Weite gegen alles Getrieben sein im Alltag, gegen die festgelegten Termine, den Zeitdruck.

Im Hier und Jetzt leben

Manchmal erlebe ich solche Urlaubs-Momente auch direkt vor der Haustür. Ein Spaziergang im Park: Um mich herum Blumen und Grün, das Summen der Bienen, der Geruch des Sommers, spielende Kinder, Erwachsene auf einer Bank, das Gesicht der Sonne entgegengestreckt. Lebendigkeit und Leben. Leben im Hier und Jetzt: Genießen, was möglich ist, das Eis oder den Kaugummi, die Sonne oder den warmen Sommerregen. Genießen, was mir geschenkt ist, Freundschaft und Gemeinschaft, Himbeeren und Erdbeeren. Genießen, was ich mir nicht erarbeiten muss, Glaube, Liebe und Hoffnung geschenkt von Gott, erlebt hier mitten unter uns.
Oder eine Pause auf Balkon oder Terrasse: Unterbrechung des Tages oder am Abend, zur Ruhe kommen, ein Buch in der Hand. Mitten im Alltag das Besondere sehen, die Blumen im Blumenkasten, den Vogel im Baum, den Sonnenuntergang, neue Kraft schöpfen. Kraft für den Tag, Kraft für mein Leben.

Ich spüre: Wo ich auch bin in diesem Sommer: Ich kann durchatmen, aufatmen, auftanken. Denn: Dies ist der Tag, den der Herr gemacht hat. Lasst uns jubeln und uns freuen über ihn!

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | 12.07.2022 | 09:40 Uhr

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