Vorsehung? In Gottes Pläne eingeweiht?
Vor allem die Christinnen und Christen unter den Anhängern des US-Präsidentschaftskandidaten Donald Trump haben in den Tagen nach dem Attentat von Vorsehung gesprochen. Und Gott öffentlich dafür gedankt, dass er ihren Kandidaten beschützt hat. Aber kein Mensch hat das Recht, so zu tun, als sei er eingeweiht in Gottes Pläne.
Zur Zeit Jesus ereignete sich ein schlimmes Unglück: Ein Turm stürzte ein und begrub 18 Menschen unter sich. Viele Menschen waren tief bewegt. Wäre ja heute nicht anders: So ein Gefühlsmix aus Trauer und Mitgefühl. Und ein kleines bisschen Erleichterung: Mich hat es nicht getroffen. Jesus nimmt dieses Unglück zum Anlass für ein hartes Wort: Glaubt bloß nicht, dass die 18, die da ums Leben gekommen sind, schlechtere Menschen waren als ihr, sagt er. Kurz und knackig: Glaubt nicht, ihr wärt was Besseres, nur weil es euch nicht erwischt hat.
Glaube nur keiner, er wäre was Besseres
Ich würde das gerne den Fans von Donald Trump, der gerade ein Attentat knapp überlebt hat, ins Poesiealbum schreiben. Oder, noch besser: ihnen dringend empfehlen, ihre Bibel aufmerksamer zu lesen. Vor allem die Christinnen und Christen unter den Trump-Anhängern haben ja in den Tagen danach viel von Vorsehung gesprochen. Und Gott öffentlich dafür gedankt, dass er ihren Kandidaten beschützt hat. Vielleicht war das ja sogar so. Und sowieso ist jedes gerettete Menschenleben ein Grund, dankbar zu sein.
Aber kein Mensch hat das Recht, so zu tun, als sei er eingeweiht in Gottes Pläne. Und dann von Vorsehung zu reden. Glaubt nicht - sagt Jesus - dass euer Kandidat einen besonderen göttlichen Schutz genießen würde. Bitte um Gottes Willen keine Rederei von Vorsehung oder Ähnlichem. Glaube nur keiner, er wäre was Besseres.
