Kaffee und Kaffeebohnen im Leinensack. © fotolia Foto: sabine hürdler

Von Kaffeebohnen fürs Leben lernen

Sendedatum: 30.08.2021 09:40 Uhr

Kopi Luwak ist eine Bezeichnungen für eine spezielle Form von Kaffee - auch "Katzenkaffee" genannt. Er wird aus halb verdauten und ausgeschiedenen Kaffeebohnen von Schleichkatzen hergestellt.

von Pastor Hartmuth Wahnung

Was wäre ein Geburtstag ohne Kaffeeduft. Die gemütliche Runde bei heißem Getränk und mit leckerem Kuchen schafft den Rahmen für das, was viele unter Geburtstag verstehen.  Ich schätze diese Gastfreundschaft und greife gerne zu. Zwar habe ich das nicht ausreichend mit Sport ausgeglichen, aber ich sehe noch einen weiteren Vorteil bei Geburtstagsbesuchen: Ich stoße auf viele spannende Personen und interessante Erfahrungen.

Wie sich aus Kaffeebohnen Wertvolles entwickeln kann

Neulich sprachen wir über einen Kaffee, der 1.000 Euro das Kilo kostet. Um ehrlich zu sein, ich konnte es kaum glauben. Er heißt "Kopi Luwak" und kommt von den Philippinen. Als ich erfuhr, wie er gewonnen wird, wurde mir eher ein wenig mulmig. Er wird nämlich aus Kaffeebohnen hergestellt, die vorher von Wildkatzen gefressen, verdaut und ausgeschieden wurden. Menschen sammeln die dreckigen Bohnen, putzen sie und machen Kaffee daraus. Na lecker! Weil die Bohne auf ihrem Weg durch die Katze einen Prozess durchmacht, den Fachleute bislang nicht nachstellen können, soll der so gewonnene Kaffee besonders bekömmlich sein.

Was tut dem Leben gut, frage ich mich, wenn ich an diesen teuren Kaffee denke. Ich nenne es Segen. Er entsteht oft in schwierigen Situationen. Zeiten, die sich anfühlen wie durch den Wolf oder eben durch die Wildkatze gedreht. Ich fühle mich fertig, schmutzig und frustriert. Aber von den Kaffeebohnen lerne ich, dass aus solchen Phasen, die ich gerne auslassen würde, sich Wertvolles entwickeln kann.

Segen beginnt in Phasen von Niederlagen

Paulus beschreibt es so: "Das eine wissen wir, wer Gott liebt, dem geschieht alles, was geschieht, zum Guten." (Römer 8,28). Er behauptet nicht, dass alle Dinge bestens seien, aber Gott wirkt, dass etwas Gutes daraus wird. Der Segen meines Lebens beginnt also oft gerade da, wo ich ihn nicht vermute. Nämlich in der Tiefe von Krankheit, Streit und Niederlage.

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | 30.08.2021 | 09:40 Uhr

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