Stand: 24.07.2020 16:34 Uhr

Hilfe in der Not

von Klaus Böllert
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Viele Menschen haben durch Corona ihren Lebensunterhalt verloren.

82,2 Millionen Euro für 725 Hilfsprojekte in 81 Ländern. Es sind Rekordzahlen, die das Hilfswerk Caritas International in seinem Jahresbericht präsentiert. Auch wegen der Corona-Pandemie. Aber sind neue Rekorde bei einem Katastrophenhilfswerk ein gutes Zeichen?

Weitere Katastrophen drohen

Eher ein Zeichen großer Not auf der Welt, sagt der Leiter von Caritas International, Oliver Müller: "Die Not insbesondere bei den Menschen, die ihren Lebensunterhalt jetzt verloren haben, ist sehr sehr groß, weil sie Tagelöhner sind. Und so besteht unsere Hilfe zum einen in der Ausstattung von Gesundheitseinrichtungen, aber vor allem auch aus ganz konkreten Hilfen wie Lebensmitteln."

Und er befürchtet, dass im Schatten der Corona-Pandemie noch andere Katastrophen drohen. Er erinnert an die vier Millionen Toten weltweit jährlich durch Masern, Tuberkulose, Malaria und Hepatitis:

"Dass man nicht in einen Negativtrend kommt, das Kinder zum Beispiel nicht gegen Masern geimpft werden können und wir damit mit zeitlicher Befristung zusätzliche Probleme im Gesundheitsbereich bekommen oder auch im Ernährungsbereich, die die Gesellschaften noch unter größeren Druck setzen als wir ihn jetzt schon haben."

Die Caritas setzt auf stärkere Vorsorge

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Die aktuelle Not ist groß, sagt Oliver Müller, Leiter von Caritas International.

Die Hilfswerke der Kirchen sind ja so etwas wie organisierte tätige Nächstenliebe. Und es ist gut im christlichen Sinne, wenn die Hilfe professioneller und besser wird. Und so weiß Oliver Müller jetzt schon eine Sache, die Caritas International aus der Corona Pandemie lernt: Das Hilfswerk wird stärker auf Vorsorge setzen.

"Selbst arme Länder wie zum Beispiel der Kongo oder Sierra Leone, die Erfahrung mit der Ebola Krise hatten, waren jetzt wesentlich besser gerüstet für die Corona Krise als andere Länder, die mehr Mittel haben. Aber wie waren darauf eingerichtet. Sie wussten, wie man hygienische Maßnahmen sicherstellen kann, selbst wenn es sich um wirklich arme Gesellschaften handelt, die mit zahlreichen Problemen zu kämpfen haben", sagt Oliver Müller.

Dieses Thema im Programm:

NDR 2 | Moment mal | 26.07.2020 | 09:15 Uhr

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