Sendedatum: 15.04.2018 09:15 Uhr

Ökumenisches Netzwerk hilft Patienten

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Es gibt Mediziner, die auch als Seelsorger tätig sind.

Erst die Diagnose: Krank, so richtig. Etwas, das bleibt. Schock, Angst, Wut. Und dann? Gesund weiterleben. Kein gemeiner Scherz, sondern ernst gemeint. Genau darauf komme es an, sagt Georg Schiffner. Er ist Mediziner in Hamburg und Vorsitzender von der Organisation "Christen im Gesundheitswesen": "Die Art, wie wir mit einer Krankheit umgehen kann gesund sein, aber sie kann auch krank sein. Und wenn wir mit Krankheit krank umgehen, dann ist die Belastung doppelt so groß." Beispiele dafür seien zu grübeln und sich zu sorgen. Indem unsere Fantasien dahin gehen würden, dass es immer schlechter werde.

Gesunder Umgang mit Krankheit

Und das muss nicht sein. "Christen im Gesundheitswesen" setzen darum alles daran, dass Patienten einen gesunden Umgang mit ihrer Krankheit finden und innerlich gestärkt werden. Glauben könne sehr stark ermutigen, nicht in der Resignation hängen zu bleiben. In der Beziehung zu Gott lasse sich entdecken, dass es auch in der Krankheit Lebensglück, Lebenserfüllung geben kann. Und das brauche eine Atmosphäre der Geborgenheit, des Gebetes und auch der Gruppenerfahrung. Das man nicht alleine sei, so Schiffner weiter.

Ärzte bitten um Vergebung

Darum organisieren "Christen im Gesundheitswesen" zum Beispiel Patientengottesdienste in St. Petri in Hamburg und bietet regelmäßig Wochenendseminare an. "Wie kann ich der Krankheit einen guten Platz geben in meiner Lebensgeschichte, was könnte meinen Heilungsprozess fördern?" Um Fragen dieser Art, aber auch ganz praktischen Austausch und Entspannungsübungen, geht es auf den Seminaren. Ein ganz bewegender Moment sei, wenn einer von unseren Ärzten die Kranken stellvertretend um Vergebung bittet, führt der Mediziner aus. "Für das, was sie selbst an Leid erlebt haben im Gesundheitswesen. Wir Ärzte meinen es ja gut mit den Patienten. Aber im Alltag geschehen auch immer wieder Verletzungen. Und gerade chronisch Kranke sind sehr sensibel für Verletzungen. Da ist es sehr heilsam, wenn ausdrücklich um Vergebung gebeten wird."

Medizin und Seelsorge gehören zusammen

Geleitet werden die Seminare von Medizinern und Seelsorgern. Die Zusammenarbeit ist nicht selbstverständlich, denn beide Arbeitsbereiche waren lange Zeit voneinander getrennt. "Der Mensch ist aber ein Wesen, was in beiden Bereichen Hilfe und Unterstützung braucht. Und es ist von großer Bedeutung, wenn es solche Orte gibt oder solche Angebote, wo beides wieder zusammenkommen kann, sagt Schiffner.

Dieses Thema im Programm:

NDR 2 | Moment mal | 15.04.2018 | 09:15 Uhr

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