Bremerhavens Ziga Jeglic (l.) scheitert am Wolfsburger Goalie Dustin Strahlmeier (M.). © IMAGO / kolbert-press

DEL-Saisonstart: Grizzlys und Pinguins wollen oben angreifen

Stand: 14.09.2023 10:01 Uhr

Die Deutsche Eishockey Liga (DEL) geht mit positiver Grundstimmung in ihre 30. Saison. Die 14 DEL-Teams erhoffen sich Rückenwind vom WM-Silber der Nationalmannschaft. Auch die Grizzlys Wolfsburg und die Fischtown Pinguins aus Bremerhaven haben große Ziele.

Natürlich sind Titelverteidiger EHC München sowie die Adler Mannheim und die Eisbären Berlin die Meister-Favoriten, aber Bundestrainer Harold Kreis hat alle DEL-Clubs besucht und erwartet eine "sehr hart umkämpfte Saison". Die Leistungsdichte sei "nochmal enger" geworden, sagte der 64-Jährige, der auch die Grizzlys aus Wolfsburg zu den Mannschaften zählt, die oben angreifen können.

Bester Grizzlys-Kader aller Zeiten?

Nicht wenige Experten halten den Wolfsburger Kader nach dem Umbruch sogar für den besten der Club-Geschichte: Den Stamm der deutschen Spieler konnten die Grizzlys halten, darunter Nationaltorwart Dustin Strahlmeier. Unter den Neuzugängen ragen Justin Feser, der vom Vizemeister Ingolstadt kam, Matt White (Eisbären Berlin) und der Kapitän der US-amerikanischen Olympiamannschaft Andy Miele (zuletzt in Schweden unter Vertrag) heraus.

Zwei Tage vor dem Auftaktspiel am Freitag (19.30 Uhr) gegen die Augsburger Panther gaben die Niedersachsen zudem die Vertragsverlängerungen von Manager Karl-Heinz Fliegauf und Trainer Mike Stewart bekannt. Beide unterschrieben jeweils bis 2026.

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Wolfsburger Manager Karl-Heinz Fliegauf (l.) mit Trainer Mike Stewart. © IMAGO / Jan Huebner

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"Es macht einfach riesigen Spaß, hier reinzukommen, wir haben tolle Jungs", zeigte sich Kapitän Gerrit Fauser im NDR Gespräch begeistert vom Wolfsburger Team. Der 34-Jährige blickt dem Saisonstart "positiv" entgegen: "Wir haben das Potenzial, richtig gut und schön zu spielen." Das sieht auch Trainer Stewart so und misst der holprigen Vorbereitung wenig Bedeutung zu: "Wir haben elf neue Spieler - das ist nicht ohne. Es dauert, bis die sich integrieren."

"Ich glaube, dass das dieses Jahr was Großes werden kann." Grizzlys-Kapitän Gerrit Fauser

In den vergangenen drei Jahren standen die Grizzlys einmal im Finale (2021) und zweimal im Halbfinale, "daran wollen wir anknüpfen", so Fauser. "Wo es dann am Ende hingeht, ist immer schwierig zu sagen, aber ich glaube schon, dass das dieses Jahr was Großes werden kann."

Pinguins: Endlich mehr als nur Viertelfinale

Auch die Fischtown Pinguins träumen von etwas Großen. Bislang kamen die Bremerhavener seit ihrem Aufstieg in die DEL (2016) nie über das Viertelfinale hinaus. Diesmal soll es weiter gehen, Nationaltorhüter Maximilian Franzreb weiß auch, wie: Zunächst gehe es darum, so viele Punkte wie möglich zu sammeln, "nach der Novemberpause muss man dann langsam anfangen, Play-off-Eishockey zu spielen. Jedes Spiel wird intensiver, damit wir dann unser großes Ziel Halbfinale erreichen können", sagte der 27-Jährige dem NDR.

"Die Mannschaft ist gut zusammengewachsen, deshalb bin ich sehr optimistisch." Pinguins-Coach Thomas Popiesch

Stürmer Niklas Andersen und Nationalverteidiger Moritz Wirth haben die Bremerhavener verlassen. Doch die Pinguins fanden starken Ersatz: Aus der Schweiz kam im Dänen Felix Scheel der Topscorer der vergangenen Saison, für die Abwehr holten sie Routinier Anders Grönlund vom zweifachen Champions-League-Sieger Frölunda Göteborg.

Die Seestädter starten am Freitag (19.30 Uhr) mit einem Auswärtsspiel in Straubing in die neue Spielzeit, ehe es dann am Sonntag (14 Uhr) im Heimspiel gegen die Grizzlys bereits zum ersten Nordduell kommt. Vor wenigen Tagen gewannen die Pinguins an gleicher Stelle beim Vorbereitungsturnier im Spiel um Platz drei mit 5:1 gegen den Nordrivalen - und setzten so ein Statement für die Saison.

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Nolan Zajac (r.) von den Grizzlys Wolfsburg im Duell mit dem Augsburger Adam Johnson © IMAGO / Jan Huebner

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Tripcke: "Lage der Liga wieder auf Vor-Corona-Niveau"

DEL-Geschäftsführer Gernot Tripcke erhofft sich vom WM-Silber der deutschen Eishockey-Nationalmannschaft viel Rückenwind: "Wir wollen auf die Erfolgswelle aufspringen. Nach dem fantastischen Mai spüren wir eine höhere Akzeptanz, eine größere Aufmerksamkeit, es herrscht Aufbruchstimmung." Die Dauerkartenverkäufe seien "sehr gut", auch "das Sponsoring läuft trotz schwieriger wirtschaftlicher Lage gut".

Überhaupt sieht Tripcke die wirtschaftliche Lage der Liga wieder "auf Vor-Corona-Niveau". 149 Millionen Euro setzten die 15 Clubs in der vergangenen Saison um, "eine leichte Steigerung" gegenüber der Spielzeit 2018/2019, der letzten vor der Pandemie. "Jetzt wollen wir unser durch Corona unterbrochenes Wachstum fortsetzen", kündigte Tripcke an.

Rückkehr zur alten Punkte-Tabelle

Gespielt wird wieder in der üblichen Doppelrunde - und erstmals nach Corona wieder mit 52 Spieltagen. Die Tabelle wird wieder, wie vor der Pandemie, nach Punkten sortiert und nicht mehr nach dem Punktekoeffizienten. Die Play-offs werden wie schon in der Vorsaison wieder nach dem alten Modus "best of seven" ausgespielt.

Nach der Corona-Ausnahme ist das Teilnehmerfeld wieder von 15 auf 14 Clubs reduziert worden. Der Tabellenletzte der Hauptrunde steigt in die DEL2 ab, sofern der Meister der DEL2 die DEL-Lizenz beantragt hat.

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Tabelle, Eishockeyschläger und Puck © NDR

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Dieses Thema im Programm:

Sport aktuell | 14.09.2023 | 10:17 Uhr

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