VIDEO: Handball-Drama in Hamburg: Hannover-Burgdorf ausgeschieden (2 Min)

Melsungen nach Sieg gegen Hannover im Final-Four-Endspiel

Stand: 04.06.2021 08:08 Uhr

Die MT Melsungen steht erstmals in ihrer Vereinsgeschichte im Endspiel des DHB-Pokals. Die Hessen gewannen beim Final Four in Hamburg das Semifinale gegen den Bundesliga-Rivalen TSV Hannover-Burgdorf mit 27:24 (14:10).

von Hanno Bode

Der Mannschaft von Coach Gudmundur Gudmundsson bietet sich nun heute im Finale des Turniers an der Elbe (17.30 Uhr, live im Ersten und bei NDR.de) gegen Kiel-Bezwinger TBV Lemgo Lippe die Chance, in einer ansonsten für sie enttäuschenden Saison einen Titel zu gewinnen. In der Bundesliga präsentierte sich das individuell unter anderem mit Shooter Julius Kühn, Keeper Silvio Heinevetter oder Rückraum-Ass Kai Häfner so stark besetzte Team häufig launisch. Manchmal gar lustlos wie zuletzt im Auswärtsspiel in Flensburg. Im Pokal gegen die "Recken" zeigte Melsungen derweil am Donnerstagabend eine sehr konzentrierte Leistung.

"Wir alle fiebern schon seit Wochen auf dieses Event hin. Wir spielen nicht die beste Saison in der Bundesliga und bekommen da viel Häme für. Das würde uns allen ein bisschen den Druck nehmen, wenn wir diesem Verein mal einen Titel schenken könnten", sagte Kühn dem NDR.

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Hendrik Pekeler und Steffen Weinhold (v.l.) vom THW Kiel im Halbfinale des Final Fours in Hamburg gegen den TBV Lemgo Lippe um Gedeon Guardiola (r.) in Aktion © Witters Foto: Leonie Horky

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Melsungen variabler und individuell besser

Ein Wunsch, der in Erfüllung gehen kann, wenn Melsungen gegen Lemgo so auftritt wie gegen die "Recken". Die Deckung arbeitete gut zusammen und stellte Hannovers Rückraum vor schwere Aufgaben. Und im Angriff war auf Kühn und Häfner Verlass. Letzterer brachte die MT in der 25. Minute erstmals mit drei Treffern in Führung (10:7). Der Vorsprung spiegelte die Kräfteverhältnisse auf der Platte gut wider. Die Hessen fanden in Ballbesitz insgesamt mehr Lösungen als Hannover, deren Spiel vor der Halbzeit etwas zu mittebetont und zuweilen auch kopflos war.

Zudem fehlte der TSV neben Ivan Martinovic, der in Hälfte eins drei Treffer erzielte, ein weiterer zuverlässiger Torschütze. Kein anderer Hannover-Akteur war vor dem Seitenwechsel mehr als einmal erfolgreich. Einen nicht unwesentlichen Anteil daran hatte auch Heinevetter mit fünf Paraden. Kühn brachte Melsungen Sekunden vor der Halbzeit mit einem seiner bei der Konkurrenz berüchtigten wuchtigen Würfe sogar mit 14:10 in Front, sodass die Hessen mit einem kleinen Polster in Durchgang zwei gingen.

MT Melsungen - TSV Hannover-Burgdorf 27:24 (14:10)

Tore MT Melsungen: Kühn (7), Reichmann (4/4), Kastening (4), Pavlovic (4), Häfner (4), Danner (2), Maric (2)
TSV Hannover-Burgdorf: Martinovic (8/4), Kuzmanovski (3), Hansen (3/1), Hanne (3), Pevnov (2), Büchner (2), Feise (1), Mavers (1), Böhm (1)
Zuschauer: 1.600

Hannover holt auf - Böhm sieht die Rote Karte

Selbiges war nach dem Seitenwechsel allerdings schnell aufgebraucht. Denn Hannover wusste sich zu steigern, was auch daran lag, dass Coach Carlos Ortega bei Angriffen seines Teams den Torwart (inzwischen stand Urban Lesjak für Domenico Ebner zwischen den Pfosten) einen siebten Feldspieler aufs Parkett schickte. Diese Überzahl spielten die Niedersachsen gut aus. Martinovic konnte in der 40. Minute per Siebenmeter zum 16:16 egalisieren, sodass die Partie nun wieder völlig offen war.

Bitter für die Niedersachsen: Fabian Böhm sah kurz darauf nach einem Einsteigen gegen Kühn die Rote Karte. "Das war aus meiner Sicht eine Fehlentscheidung. Es war ein hartes Foul und eine Zeitstraße, aber 'Rot' ist völlig übertrieben", sagte Böhm dem NDR.

Heise Hannovers tragischer Held

Es folgte ein von beiden Seiten noch intensiver geführtes Duell auf Augenhöhe, in dem die MT zunächst durch Domagoj Pavlovic wieder mit zwei Treffern in Front gehen konnte (23:21/52.), Hannover jedoch erneut rasch egalisierte. Zwei Minuten vor Ultimo scheiterte TSV-Linksaußen Hannes Feise am Pfosten. Im Gegenzug erzielte Pavlovic das 26:24. Den "Recken" blieben danach noch exakt 52 Sekunden für zwei Tore. Es reichte für sie aber nicht einmal zum Anschlusstreffer. Ausgerechnet der langjährige TSV-Akteur Timo Kastening sorgte dann mit dem 27:24 für den Schlusspunkt der Partie (60.).

"Ich bin sehr, sehr enttäuscht. Wir haben einen großen Kampf geliefert, aber am Ende hat es leider nicht gereicht", sagte "Recke" Böhm.

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Der Pokal steht im Mittelkreis. © Witters Foto: Valeria Witters

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Dieses Thema im Programm:

Hallo Niedersachsen | 04.06.2021 | 19:30 Uhr