Spieler des HSV Hamburg und der MT Melsungen nach dem Zusammenbruch eines Zuschauers auf der Tribüne. © imago/Dreisicht Foto: Frank Schoof

Zuschauer auf Tribüne kollabiert - Heimspiel des HSVH abgebrochen

Stand: 31.10.2021 17:38 Uhr

Das Bundesliga-Spiel zwischen den Handballern des HSV Hamburg und der MT Melsungen ist am Sonntag abgebrochen worden. Ursache war ein medizinischer Notfall im Publikum.

"Ein Zuschauer hat in der 23. Minute darauf aufmerksam gemacht, dass es einem anderen Zuschauer nicht gutgeht. Wir haben daraufhin die medizinische Versorgung sichergestellt und den Schiedsrichter gebeten, das Spiel zu unterbrechen", schilderte HSVH-Geschäftsführer Sebastian Frecke dem NDR den Ablauf. "Wir können sagen, dass es dem jungen Mann den Umständen entsprechend gut geht. Er war stabil, er war ansprechbar, er konnte sich natürlich an nichts erinnern. Wir drücken die Daumen."

Der Zuschauer wurde notärztlich versorgt und ins Krankenhaus gebracht. Zunächst waren beide Teams auf dem Feld geblieben. Dann wurden die Mannschaften vorzeitig in die Kabinen geschickt. Zunächst sollte die Partie fortgesetzt werden, doch dann fiel die Entscheidung für den Abbruch. Die HSV-Spieler sahen sich nicht in der Lage, das Spiel fortzusetzen. Zumal inzwischen klar war, dass es sich bei dem Zuschauer um einen direkten Verwandten eines Profis der Hamburger handelt. "Das ist noch ein Punkt mehr, bei dem es sehr schwergefallen wäre, hier noch einmal weiter vernünftig Handball zu spielen", sagte HSV-Kapitän Lukas Ossenkopp dem NDR.

VIDEO: "Ein sehr großer Schockmoment für alle" (3 Min)

Verwandter eines HSV-Spielers kollabiert

"Man hat schnell gemerkt, dass etwas nicht in Ordnung ist", schilderte Ossenkopp. "Sanitäter und der Mannschaftsarzt sind gerufen worden. Da war der Schreck natürlich sehr groß - vor allem, als man gemerkt hat, dass das in dem Block passiert ist, in dem auch das Familienumfeld der Spieler sitzt. Das war ein großer Schockmoment."

Die Partie habe keinerlei Rolle mehr gespielt. Ossenkopp: "Da drückt jeder nur die Daumen, dass nichts Schlimmeres passiert. Da ist man dann auch einfach nicht in der Lage, noch einmal an Handball zu denken." Es sei schlichtweg nicht mehr möglich gewesen, Tore und Paraden zu bejubeln. "Wenn es um die Gesundheit geht, gibt es viel wichtigere Sachen, als sich über solche Banalitäten zu freuen", fügte der Rückraumspieler hinzu.

"Wir sind sehr froh, dass das Spiel im Sinne der Gesundheit abgebrochen wurde und hatten uns auch klar dafür ausgesprochen." Lukas Ossenkopp

Frecke: "Last von den Schultern der Spieler nehmen"

In Absprache mit den Schiedsrichtern wurde die Partie in der Hamburger Sporthalle letztlich nach 23 Spielminuten beim Stand von 11:8 für die Gäste aus Nordhessen nicht mehr fortgesetzt. "Wir als Verein müssen die Verantwortung tragen, das haben wir gemacht. Wir wollten auch ein bisschen die Last von den Schultern der Spieler nehmen", sagte Frecke zur Entscheidung des Spielabbruchs. "Der Notfall war im näheren Umkreis des Spielers, sodass die Mannschaft dann nicht nur indirekt, sondern direkt betroffen war. Dann ist es nochmal ein tieferer Schritt in die Mannschaft hinein. Und die ist dann alles andere als in der Lage, Handball zu spielen."

Die Begegnung wird wahrscheinlich wiederholt. Erst am 16. Oktober war die Partie zwischen dem Bergischen HC und der HSG Wetzlar wegen zwei Notfällen im Publikum abgebrochen worden.

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Ein Handball liegt im Tornetz. © picture-alliance Foto: Frank Hoermann / Sven Simon

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Dieses Thema im Programm:

Sportclub | 31.10.2021 | 22:50 Uhr

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