Kiels Hendrik Pekeler beim Sprungwurf gegen Magdeburg. © picture alliance/dpa | Frank Molter Foto: Frank Molter

Tabellenführer SC Magdeburg zu stark für den THW Kiel

Stand: 24.10.2021 16:31 Uhr

Der deutsche Handball-Rekordmeister THW Kiel hat sein Ziel verpasst, dem Tabellenführer SC Magdeburg die erste Niederlage der Saison beizufügen. Die "Zebras" mussten sich am Sonntag im Spitzenspiel zu Hause mit 27:29 (15:16) geschlagen geben.

von Christian Görtzen

Schon Sekunden vor der Schlusssirene wurde es sehr leise in der Arena. Den Fans der Schleswig-Holsteiner war schmerzhaft klar geworden, dass das Duell mit dem Club-Weltmeister verloren war. Nur einige Magdeburger Anhänger waren zu hören. Für die Mannschaft von THW-Trainer Filip Jicha läuft der Herbst weiterhin holprig. Nach zuvor drei Remis in den vergangenen Wochen setzte es nun die erste Saisonniederlage in der Bundesliga. Dort weist der THW in der Tabelle nun schon vier Minuspunkte auf, Spitzenreiter Magdeburg hat noch eine weiße Weste.

THW verlängert Verträge mit Duvnjak und Ekberg

Kapitän Domagoj Duvnjak, dessen Vertragsverlängerung ebenso wie die von Rekordschütze Niclas Ekberg vor der Partie bekannt gegeben wurde, sprach von einem "absolut verdienten Sieg". Der 33-Jährige ergänzte: "Wir suchen aber keine Ausreden, Glückwunsch an Magdeburg. Das Leben geht weiter." 

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Jicha musste gegen den SCM auf Sander Sagosen und Steffen Weinhold (Corona-Quarantäne) verzichten. Dafür konnte er im Tor auf den dänischen Weltmeister Niklas Landin setzen, der noch am Mittwoch im Champions-League-Spiel gegen Pick Szeged unter muskulären Problemen im Oberschenkel-Gesäß-Bereich gelitten hatte. Ohnehin wollte Jicha die personellen Sorgen nicht überbewerten: "Wir spielen zuhause und wir haben ein paar Probleme. Aber wir suchen keine Ausreden. Wir haben trotzdem noch gute Spieler im Kader."

Kiel beginnt stark, doch dann kommt der SCM in Schwung

Auch ohne die beiden Leistungsträger Sagosen und Weinhold begannen die Norddeutschen furios, die Zuschauer trieben sie schnell zu Drei-Tore-Führungen (4:1, 7:4). Magdeburgs Trainer Bennet Wiegert reagierte, nahm eine Auszeit - und danach trat der SCM merklich entschlossener und aggressiver auf. Die Gäste schnappten sich durch schnelle Bewegungen im Deckungsverbund und flinke Hände so einige Bälle und kamen über Würfe ins leere Kieler Tor (dreimal in der ersten Hälfte) oder über Gegenstöße zu Treffern.

Und so hieß es aus Sicht der Kieler nach einem 1:6-Lauf plötzlich 8:10 (16.). Jetzt war es Jicha, der sich zu einer Auszeit gezwungen sah. Und auch die "Zebras" fingen sich danach. Ekberg brachte sie per Siebenmeter wieder mit 14:13 in Führung (27.). Nach einer sehr intensiven ersten Hälfte lagen die Schleswig-Holsteiner wieder mit 15:16 hinten.

Zwei Rote Karten für Magdeburger Spieler

Nur drei Minuten nach Wiederbeginn kam es zu einer ersten deutlichen Schwächung für die Gäste: Für Defensivspezialist Piotr Chrapkowski war nach der dritten Zeitstrafe Schluss. Keine 120 Sekunden später sah auch sein Teamkollege Marko Bezjak wegen angeblichen Nachtretens die Rote Karte (35.). Sonderlich beeindruckt zeigte sich der Spitzenreiter davon aber nicht. Eine knappe Viertelstunde vor Schluss führte er mit 24:21 - es war die erste Drei-Tore-Führung für die Sachsen-Anhalter.

THW versucht alles - aber vergebens

Jicha versuchte alles, ließ sein Team bei einer Zeitstrafe für die Gäste gar in einer 7:5-Überzahl spielen. Und sein Team kam näher heran, in der 56. Minute auf 25:26. Es spitzte sich zu in der Arena. 48 Sekunden vor Schluss bot sich dem SCM die große Chance, per Siebenmeter alles klarzumachen - und er nutzte sie. Omar Ingi Magnusson traf zum 29:27. Wenig später tanzten die Magdeburger Profis über das Spielfeld.

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Dieses Thema im Programm:

Sportclub | 24.10.2021 | 22:50 Uhr

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