Kiels Rune Dahmke feiret mit den Fans den Pokalsieg. © dpa - Bildfunk Foto: Axel Heimken

THW-Kiel will vor 9.000 Handball-Fans starten - nach 2G-Modell

Stand: 18.08.2021 12:47 Uhr

Handball-Rekordmeister THW Kiel will in der neuen Spielzeit vorerst nur noch vollständig geimpfte und genesene Zuschauer zu Heimspielen in die Halle lassen. Die Stadt Kiel unterstützt den Antrag, das Land prüft.

Unter Berücksichtigung des 2G-Prinzips wollen die "Zebras" vor 9.000 Zuschauern in die neue Bundesliga-Spielzeit starten. Ein entsprechendes Betriebs- und Hygiene-Konzept für das Modellprojekt, nach dem ausnahmslos nur vollständig geimpfte und genesene Zuschauer in die Arena dürfen, ist beim Land Schleswig-Holstein eingereicht worden und wird von der Stadt Kiel unterstützt.

SH-Ministerien prüfen Antrag

"Das Konzept haben wir uns sorgfältig angesehen", sagte der Kieler Stadtrat Gerwin Stöcken: "Ich gehe davon aus, dass sich das Konzept so ähnlich wie ein Siebenmeter für den THW erweisen wird - als Volltreffer." Das Innenministerium und das Gesundheitsministerium in Schleswig-Holstein prüfen den Antrag. Mit einer Entscheidung ist nach Angaben eines Sprechers nicht vor Freitag zu rechnen.

Im Fußball öffnen der 1. FC Köln und Borussia Dortmund derzeit die Stadiontore nur für Geimpfte und Genesene. Auch St. Paulis Präsident Oke Göttlich hatte sich kürzlich für die 2G-Regel ausgesprochen.

Auch Derby gegen Flensburg-Handewitt vor 9.000 Fans?

Das erste Saisonspiel bestreitet der THW am 8. September gegen HBW Balingen-Weilstetten. Sollte der Rekordmeister die Erlaubnis für das Modellprojekt erhalten, soll auch das 105. Schleswig-Holstein-Derby gegen die SG Flensburg-Handewitt am 19. September vor 9.000 Fans stattfinden. Die Halle fasst 10.285 Zuschauer. Das 9.000er-Ziel hatte THW-Aufsichtsratschef Marc Weinstock bereits Anfang Juli formuliert. Inzwischen haben die Kieler auch entsprechend viele Dauerkarten verkauft. Die Tickets sollen an personalisierte Sitzplätze gebunden sein. Stehplätze entfallen.

Szilagyi: "Es geht um den Erhalt von Spitzenhandball"

"Unser erklärtes Ziel ist, ab dem Start der Saison so vielen Menschen wie möglich bei maximal reduzierter Infektionsgefahr wieder das Live-Erlebnis Handball zu ermöglichen", sagte THW-Geschäftsführer Viktor Szilagyi: "Die Atmosphäre in den Arenen ist das Salz in der Suppe, sie ist das, wofür die Spieler und die Clubs täglich hart arbeiten." Die Rückkehr der Fans sei für den THW Kiel von großer Wichtigkeit: "Es geht um nicht weniger als den Erhalt von Spitzenhandball in Kiel."

Flensburg will nächste Woche entscheiden

Anders als die Kieler will die SG Flensburg-Handewitt zum Bundesliga-Start voraussichtlich auch getestete Besucher in die heimische Arena lassen. Nach Angaben einer Vereinssprecherin will die SG voraussichtlich auf die 3G-Regel setzen, zuschauen dürften dann also Geimpfte, Genesene und Getestete. Dann könnten etwas mehr als 2.000 Fans in der Halle mitfiebern.

Für eine endgültige Entscheidung nimmt sich die SG allerdings noch bis Anfang kommender Woche Zeit. Man wolle Entscheidungen, zum Beispiel aus der Politik, abwarten.

Hannover-Burgdorf bevorzugt 3G-Regel

Die TSV Hannover-Burgdorf setzt ebenfalls auf die 3G-Regel. Zum Start dürfen die "Recken" auf 3.500 Zuschauer hoffen, die geimpft, genesen oder getestet sein müssen. Nach Club-Angaben hat die Gesundheitsbehörde der Region Hannover das Hygienekonzept der Niedersachsen genehmigt. Dies betrifft vorerst die ersten beiden Liga-Heimspiele gegen die Rhein-Neckar Löwen am 9. September und den Bergischen HC am 19. September.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 2 Sport | 17.08.2021 | 23:03 Uhr

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