Stand: 08.03.2020 17:44 Uhr

THW Kiel besiegt Löwen, Flensburg gewinnt in Berlin

von Christian Görtzen, NDR.de

Der Rekordmeister legte vor, der Titelverteidiger zog nach - mit der Folge, dass es am Sonntag nicht zu einer Vorentscheidung im Kampf um die deutsche Handball-Meisterschaft gekommen ist. Der THW Kiel ist aber am frühen Nachmittag durch ein 27:21 (13:15) im Heimspiel gegen die Rhein-Neckar Löwen seiner 21. Meisterschaft einen weiteren Schritt näher gekommen, der Spitzenreiter weist nun 44:8 Punkte vor. Zweieinhalb Stunden später wahrte die SG Flensburg-Handewitt durch ein 35:33 (15:15) bei den Füchsen Berlin den Kontakt zu den "Zebras". Der amtierende Meister bringt es als Tabellenzweiter nun auf 42:12 Zähler. Die TSV Hannover-Burgdorf unterlag zu Hause Frisch Auf Göppingen mit 30:32 (16:14).

"Zebras" mit Problemen gegen Schwalb-Team

In Kiel merkten die THW-Spieler und ihre Fans spätestens nach einer Viertelstunde, dass Schwerstarbeit auf sie zukommen würde.

THW Kiel - Rhein-Neckar Löwen 27:21 (13:15)

Tore Kiel: Duvnjak 6, Ekberg 5/3, M. Landin 4, Reinkind 4, Bilyk 3, Wiencek 3, L. Nilsson 1, Zarabec 1
Tore Rhein-Neckar Löwen: Kirkelökke 6, Schmid 6/4, Groetzki 3, Kohlbacher 2, Tollbring 2, Guardiola 1, Larsen 1
Zuschauer: 10.285
Stafminuten: 6/8

Der neue Trainer Martin Schwalb, ehemals Coach beim HSV Hamburg, hatte die Löwen sehr gut auf die Spielweise des Rekordmeisters eingestellt. Und so hieß es nach 18 Minuten aus Kieler Sicht 8:11. THW-Coach Filip Jicha reagierte. Er nahm eine Auszeit. Danach glich der THW zwar dank eines 3:0-Laufes zum 11:11 (22.) aus, doch angetrieben von Spielgestalter Andy Schmid zog der Tabellensechste bis zur Pause wieder auf 15:13 davon.

Schon kurz nach Wiederbeginn war richtig Stimmung in der Halle. THW-Torhüter Niklas Landin hatte dafür gesorgt. Zunächst parierte der Däne den Siebenmeter von Schmid und dessen Nachwurf, einige Sekunden später vereitelte er den Versuch von Jerry Tollbring. Und vorne wurden die Chancen genutzt. Durch einen 4:0-Lauf gingen die Kieler mit 17:15 (36.) in Führung. Tollbring brachte die Löwen zwar noch einmal auf 19:20 heran (48.). Doch die Antwort der Kieler kam prompt: Linksaußen Magnus Landin entschied mit dem 25:21 (56.) die Partie vorzeitig. Schon vor der Schlusssirene schallten "Oh, wie ist das schön"-Gesänge durch die Halle. "Wir waren in der ersten Halbzeit nicht bei 100 Prozent", sagte Niklas Landin zu NDR 2. "Unser Trainer war in der Pause natürlich ein bisschen lauter, als wenn wir mit zehn Toren führen würden."

Flensburg-Handewitt früh im Hintertreffen

Jim Gottfridsson (Flensburg) beim Wurf © imago images / Camera 4 Foto: Tilo Wiedensohler
Flensburgs Rückraumspieler Jim Gottfridsson (M.) setzt sich durch.

Genau eine Woche nach der Niederlage bei Frisch Auf Göppingen sah sich Titelverteidiger SG Flensburg-Handewitt in seinem Gastspiel bei den Füchsen Berlin früh einem Rückstand ausgesetzt. Nach 13 Minuten hieß es 6:9, erneut hatte Jacob Holm für die Hauptstädter getroffen. Doch die Mannschaft von SG-Trainer Maik Machulla berappelte sich, biss sich in die Partie hinein. Linksaußen Hampus Wanne egalisierte zum 11:11 (21.). Der Schwede war es auch, der Flensburg nach einem Tempo-Gegenstoß mit 15:14 (28.) in Führung brachte. Zur Pause hieß es 15:15.

Steinhauser führt SG zum Sieg

Beide Mannschaften schenkten sich im zweiten Abschnitt nichts.

Füchse Berlin - SG Flensburg-Handewitt 33:35 (15:15)

Tore Berlin: Lindberg 10/5, Holm 6, Kristopans 5, Matthes 5, Marsenic 4, Simak 2, Koch 1
Tore Flensburg: Steinhauser 11/8, Johannessen 6, Wanne 6, Gottfridsson 4, Glandorf 3, Jeppsson 3, Golla 2
Zuschauer: 9.000
Strafminuten: 12/10

Neun Minuten vor dem Ende brachte Marius Steinhauser Flensburg per Siebenmeter wieder in Führung - 28:27. Beim Stand von 30:29 (55.) wehrte SG-Torhüter Benjamin Buric einen Wurf von Frederik Simak ab. Im Gegenstoß sorgte Steinhauser mit seinem zehnten Tor für das 31:29 (56.). Der Champion bewies in der Schlussphase die besseren Nerven. Steinhauser machte 64 Sekunden vor dem Ende mit dem 34:32 per Siebenmeter alles klar, er war mit elf Treffern (acht per Siebenmeter) auch der erfolgreichste SG-Profi.

Hannover-Burgdorf unterliegt Göppingen

In ihrem Heimspiel gegen Frisch Auf Göppingen gelang der TSV Hannover-Burgdorf dank zweier deutscher Nationalspieler ein hervorragender Start.

TSV Hannover-Burgdorf - Frisch Auf Göppingen 30:32 (16:14)

Tore Hannover: Kastening 9/4, Jönsson 5, Cehte 4, Olsen 4, Brozovic 3, Ugalde 2, Böhm 1, Feise 1, Pevnov 1
Tore Göppingen: Schiller 10/4, Sliskovic 6, Theilinger 6, Kneule 4, Norouzi Nezhad 3, Kozina 2, Sörensen 1
Zuschauer: 9.286
Strafminuten: 2/8

Einmal Fabian Böhm, zweimal Timo Kastening - und schon hieß es 3:0 (3.). Dieser Vorsprung schrumpfte zwar mal auf 4:3 (6.), wuchs dann aber auch wieder auf 11:8 (18.) an. Letztlich gingen die "Recken" mit einem 16:14 in die Kabine. Frisch Auf kam entschlossen zurück und machte aus dem Rückstand schnell eine 18:17-Führung (34.). Die Zuschauer sahen in der zweiten Halbzeit ein Duell auf Augenhöhe. Erst in der Schlussphase setzte sich Göppingen auf 28:25 (54.) ab. Doch das Team von TSV-Trainer Carlos Ortega blieb dran, verkürzte wieder auf 28:29 (57.). Aber die Wende glückte nicht mehr, am Ende hieß es 30:32.

Dieses Thema im Programm:

NDR 2 Sport | 08.03.2020 | 23:03 Uhr

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