Stand: 12.09.2019 21:49 Uhr

Jubelnde "Zebras": THW Kiel siegt gegen Flensburg

von Christian Görtzen, NDR.de

Handball-Rekordmeister THW Kiel hat der großen Belastungsprobe standgehalten und am Donnerstagabend das 101. Landesderby gegen den "ewigen" Rivalen SG Flensburg-Handewitt mit 28:24 (18:13) für sich entschieden. Dieser Erfolg gegen den Titelverteidiger am fünften Spieltag der Bundesliga geht über den Wert der beiden Punkte hinaus. Das Team von THW-Trainer Filip Jicha hat nach dem 31:32 beim SC Magdeburg am vergangenen Sonnabend eine starke Reaktion gezeigt, sich als Aspirant auf den Gewinn der Meisterschale in Stellung gebracht und sich im Konkurrenzkampf mit der SG für die Niederlage im Supercup revanchiert. Flensburg kassierte die erste Saisonniederlage und weist nun 7:3 Zähler vor. Kiel kommt bei einem weniger ausgetragenen Spiel auf 6:2 Punkte.

Reinkind bricht bei Kiel den Bann

Der THW legte vor, die SG zog nach - so sah der Beginn des Derbys aus. Mehr als eine Zwei-Tore-Führung gestattete der amtierende Meister Flensburg-Handewitt den Gastgebern lange Zeit nicht.

THW Kiel - SG Flensburg-Handewitt 28:24 (18:13)

Tore Kiel: Nilsson (5), Ekberg (5/3), Jacobsen (4), Pekeler (4), Bylik (3), Reinkind (3), Wiencek (2), Weinhold (2)
Tore Flensburg-Handewitt: Johannessen (5), Röd (4), Golla (3), Jondal (3), Zachariassen (2), Steinhauser (2), Wanne (2/1), Svan (1), Jeppsson (1), Gottfridsson (1)
Schiedsrichter: Robert Schulze (Magdeburg)/Tobias Tönnies (Stendal)
Strafminuten: 4/14
Zuschauer: 10.285

Dies lag unter anderem daran, dass SG-Torhüter Torbjörn Bergerud gleich mehrmals starke Paraden zeigte - unter anderem gegen Harald Reinkind, danach bei einer 1:1-Situation mit Magnus Landin und gegen Niclas Ekberg. Letztgenannter schwedischer Rechtsaußen, ansonsten ein Muster an Zuverlässigkeit beim Torwurf, leistete sich noch einen weiteren Fehlwurf. Anders als Bergerud war sein Pendant beim THW, der Däne Niklas Landin, zunächst kein Faktor im Spiel der Gastgeber. Jicha reagierte in der 16. Minute und ersetzte Landin durch Dario Quenstedt.

Der Titelverteidiger leistete sich im Aufbauspiel, gerade in zentraler Position durch Jim Gottfridsson, zu viele Fehler. Und die "Zebras", die sich insgesamt über die Entscheidungen der Schiedsrichter Robert Schulze (Magdeburg)/Tobias Tönnies (Stendal) in der ersten Halbzeit nicht beschweren durften, nutzten ihre Chancen. Reinkind brach den Bann und sorgte für die erste Drei-Tore-Führung (13:10/23.). Hendrik Pekeler erhöhte in Überzahl per Tempo-Gegenstoß kurz darauf auf 14:10, Nikola Bilyk gar auf 17:12 (29.). Mit diesem Polster ging der THW auch in die Pause, er führte nach der Hälfte der Spielzeit mit 18:13.

5:0-Lauf der Flensburger

Nur: Nach gerade einmal zweieinhalb gespielten Minuten des zweiten Abschnitts war der satte Vorsprung der Kieler schon deutlich geschmolzen.

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Flensburg-Handewitt kam nach der Umstellung von einer 6-0-Abwehr auf eine 5-1-Deckung durch einen 3:0-Lauf fix auf 16:18 (33.) heran. Und nachdem Bilyk freistehend an Bergerud gescheitert war, gelang Magnus Röd mit einem fulminanten Wurf aus dem Rückraum für das Team von SG-Trainer Maik Machulla der Anschluss zum 17:18 (36.). Magnus Jöndal glich sogar zum 18:18 (37.) aus. Jicha reagierte, nahm eine Auszeit. Niklas Landin kam wieder für Quenstedt. Das Team um Spielmacher Domagoj Duvnjak, der einen Tag vor dem Derby seinen Vertrag beim THW bis zum 30. Juni 2022 verlängert hatte, konnte sich danach wieder fangen. Dabei leistete sich Ekberg weiterhin Fehlwürfe.

Landin wird zum Kieler Rückhalt

Pekeler war es, der mit seinem Treffer zum 26:23 (54.) die THW-Fans wieder begeisterte. Zum gefeierten Mann beim Rekordmeister wurde in der Schlussphase aber Torhüter Landin, der Würfe des enttäuschenden Gottfridsson und Mario Steinhauser abwehrte. Anderthalb Minuten vor der Schlusssirene war das Derby zugunsten der "Zebras" entschieden. Beste Werfer der Kieler waren Niclas Ekberg und Lukas Nilsson mit je fünf Treffern. Bei der SG war Göran Johannessen mit fünf Toren erfolgreichster Akteur.

Kurz nach dem Ende der Partie durften sich dann auch die Flensburger wieder ein wenig freuen. Der bis dahin unbesiegte SC Magdeburg hatte bei der MT Melsungen mit 29:31 verloren. Somit gibt es nur noch ein Team mit einer makellosen Bilanz: die TSV Hannover-Burgdorf, die mit 8:0 Punkten die Tabelle anführt.

Dieses Thema im Programm:

NDR 2 Sport | 12.09.2019 | 22:40 Uhr