Stand: 16.03.2020 17:40 Uhr

Handball-Bundesliga will Saison zu Ende spielen

Die Handball-Bundesliga (HBL) will die wegen der Corona-Pandemie derzeit ausgesetzte Saison zu Ende spielen. Am entsprechenden Beschluss des Präsidiums werde festgehalten, teilte die HBL am Montagnachmittag mit. Vorausgegangen war eine mehrstündige Telefonkonferenz, an der Verantwortliche aller 18 Erstligisten, das HBL-Präsidium sowie die Mitarbeiter des Ligaverbands teilnahmen. "Wir haben immer noch die Hoffnung, egal wann, dass wir die Saison zu Ende spielen", erklärte Bob Hanning, Geschäftsführer der Füchse Berlin.

Final Four für letztes Juni-Wochenende angesetzt

Der Spielbetrieb in der HBL setzt derzeit bis mindestens Ende April aus. Am kommenden Mittwoch wollen sich die Geschäftsführer der Bundesligisten erneut zusammenschalten, um über die Coronakrise zu beraten. Der bis dato letzte Bundesliga-Spieltag wurde am vorvergangenen Wochenende ausgetragen. Die Spieltage 28, 29 und 30 sind in der deutschen Beletage auf unbestimmte Zeit verschoben worden. Das ursprünglich für den 4. und 5. April geplante Final Four des DHB-Pokals in Hamburg wurde nun am Montag von der HBL für den 27./28. Juni angesetzt.

Profis sollen auf Gehalt verzichten

Um die wirtschaftlichen Schäden abzumildern, haben einige Clubs bereits Kurzarbeitergeld beantragt.

Denn anders als im Fußball kommt dem Ticketing im Handball eine zentrale Rolle zu. So generieren die Clubs rund ein Viertel ihres Etats aus Zuschauereinnahmen, noch mehr hängt nur an den Sponsorengeldern. "Wir haben zudem beschlossen, dass wir nur eine Chance haben, zu überleben, wenn Spieler und Sponsoren ebenfalls ihren Beitrag dazu leisten", sagte Hanning. So wollen die Vereine ihre Profis etwa zu einem Gehaltsverzicht bewegen. "Ohne das ist es, glaube ich, kaum darstellbar", erklärte der Füchse-Geschäftsführer. Geringer ist unterdessen die Bedeutung der TV-Einnahmen, die unter zehn Prozent des Etats ausmachen.

Löwen-Star Mensah Larsen mit Coronavirus infiziert

Unterdessen gab der Bundesligist Rhein-Neckar Löwen am Montag bekannt, dass sein dänischer Rückraum-Star Mads Mensah Larsen sich mit dem Coronavirus infiziert hat. Der 28-Jährige habe in der vergangenen Woche an "grippeähnlichen Symptomen" laboriert und sei daraufhin positiv auf das Coronavirus getestet worden, heißt es in der Mitteilung des Mannheimer Clubs. Mensah Larsen, der nach der Diagnose umgehend mit seiner Familie in häusliche Quarantäne überstellt wurde, fühle sich inzwischen nach eigener Aussage wieder fit und voll belastbar, so der Verein. Der Olympiasieger und Weltmeister wechselt zur kommenden Saison von den Löwen zum Ligarivalen SG Flensburg-Handewitt.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 2 Sport | 16.03.2020 | 22:40 Uhr