Die Verteidigung des THW Kiel stoppt Leif Tissier vom HSV Hamburg © picture alliance/dpa Foto: Axel Heimken

Handball-Bundesliga: Starker THW Kiel lässt HSV Hamburg keine Chance

Stand: 05.12.2021 15:26 Uhr

Der THW Kiel hat dem HSV Hamburg in der Handball-Bundesliga eine Lehrstunde erteilt - und bleibt erster Verfolger von Spitzenreiter Magdeburg. Der Rekordmeister besiegte den Aufsteiger im kleinen Nordderby 32:23 (15:6).

von Florian Neuhauss

Die Rhein-Neckar Löwen und Melsungen hatte der HSVH in eigener Halle besiegt, den Füchsen Berlin im Pokal einen großen Kampf geliefert. Der THW war für die Hamburger am Sonntag gleich ein paar Nummern zu groß. Der Trainer der Hausherren, Torsten Jansen, resignierte schon früh - viel zu konzentriert spielten die Gäste. Zwischenzeitlich betrug der Vorsprung des Meisters elf Tore. Am Ende war es allenfalls noch leichte Ergebniskosmetik.

"Wir haben nichts dem Zufall überlassen. Ich bin glücklich." THW-Trainer Filip Jicha

"Ich bin sehr zufrieden, wie wir aufgetreten sind", sagte Kiels Chefcoach Filip Jicha. "Wir haben nichts dem Zufall überlassen. Ich hatte großen Respekt vor dem kleinen Derby und dieser Halle. Die Jungs hatten Spaß am Spiel."

"Wir haben in der ersten Halbzeit 15 Fehlversuche. Viel mehr muss man nicht sagen", ärgerte sich HSVH-Trainer Torsten Jansen. "Das Positive: Wir haben in der zweiten Halbzeit unentschieden gespielt. Man muss das alles vernünftig einordnen. Vielleicht sind wir mit dem einen oder anderen Quentchen zu viel Respekt rangegangen." Spielmacher Leif Tissier konstatierte: "Wir haben ganz klar die Grenzen aufgezeigt bekommen. Das war uns vorher nicht so klar."

THW-Keeper Landin bärenstark - HSVH zum Vergessen

Der THW kam in Hamburg schnell ins Spiel. Domagoj Duvnjak traf in der vierten Minute zum 2:0. Doch nach vorne gepeitscht von den über 8.500 Zuschauern brach Casper Mortensen kurz darauf den Tor-Bann des HSVH. Und Tissier traf in der siebten Minute zum 2:2 - mit 130 km/h! Torhüter Jogi Bitter hatte vor dem Spiel gefordert, seine jungen Mannschaftskollegen sollen einfach "Spaß haben".

Doch sein Gegenübner Niklas Landin wurde schnell zur Spaßbremse. Mit fünf Paraden in den ersten 15 Minuten legte er den Grundstein dafür, dass der Rekordmeister in der Folge davonziehen konnte. Miha Zarabec traf zum 9:3 (17.). Bis dahin hatten die Hamburger nur durch Tissier aus dem Spiel heraus getroffen, Mortensen steuerte zwei Siebenmeter bei.

Sogar in doppelter Überzahl lief es für Hamburg nicht. Sagosen traf in 24. Minute zum 13:4. Als Mortensen danach den fünften HSVH-Treffer erzielte, beendete der Däne eine siebenminütige Torlos-Phase (25.). Trotzdem lag der Aufsteiger, der sich auch mit der offensiven Deckung der Gäste enorm schwer tat, zur Halbzeit mit neun Treffern hinten. Landin hatte bereits elf Paraden auf dem Konto.

HSVH kämpft sich rein, doch Kiel lässt nicht nach

Die zweite Hälfte begann mit einem Treffer von Duvnjak ins leere Tor. Wenig später kassierten die Gastgeber eine Zwei-Minuten-Strafe - wegen eines Wechselfehlers. Zwar kamen die Hamburger in der Folge besser ins Spiel, doch die Kieler hatten viel zu viel Freude am kleinen Nordderby, um sich hängen zu lassen. Bis auf elf Treffer wuchs der Vorsprung des THW zwischenzeitlich. Bei seiner Auszeit in der 45. Minute sagte HSVH-Trainer Jansen bereits "das Spiel ist eh vorbei".

Trotzdem feierten die Zuschauer bis zum Schluss jedes Tor und jede Parade der Hausherren. Aufgrund der Corona-Beschränkungen, die in Hamburg ab Montag gelten, dürfte es bis auf längere Zeit die letzte große Handball-Party an der Elbe gewesen sein.

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Ein Handball liegt im Tornetz. © picture-alliance Foto: Frank Hoermann / Sven Simon

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Dieses Thema im Programm:

Sportclub | 05.12.2021 | 13:30 Uhr

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