Handball-Bundesliga: Runderneuerte "Recken" haben viel vor

Stand: 29.08.2022 11:33 Uhr

Nach dem dürftigen 13. Platz in der Vorsaison hat die TSV Hannover-Burgdorf den Kader kräftig umgekrempelt und nun Großes vor. Niedersachsens einziger Handball-Bundesligist startete als erster Club in die Vorbereitung. Die "Recken" im Teamcheck.

von Jan Kirschner

"Wir haben eine coole Mannschaft beisammen, die nicht nur auf dem Spielfeld für Furore sorgen wird", zeigte sich Sven-Sören Christophersen, der Sportliche Leiter der "Recken", zuversichtlich. Die neue Leistungsfähigkeit des Teams von Trainer Christian Prokop soll erstmals am Donnerstag (19.05 Uhr) bewiesen werden. Dann steht der Bundesliga-Auftakt gegen den SC DHfK Leipzig auf dem Programm.

Neuzugänge: Viel Fluktuation im Kader

Die Fluktuation im Kader war groß. Gleich sechs Spieler verließen im Sommer die Hannoveraner. Die meisten hatten allerdings nicht die Erwartungen erfüllt oder offenbar den Zenit überschritten. Lediglich Linkshänder Ivan Martinovic (Melsungen) und Rechtsaußen Johan Hansen (Flensburg) erhielten Angebote von potenteren Vereinen.

Im zweiten Fall ergab sich zugleich ein interessanter Ringtausch: Nach fünf Jahren brach Marius Steinhauser seine Zelte in Flensburg ab, gilt nun bei Hannover-Burgdorf als erste Kraft auf dem rechten Flügel und wurde auf Anhieb zum neuen Mannschaftskapitän gekürt. Seine Vertretung kommt aus der Schweiz: Maximilian Gerbl.

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Vielversprechende neue Rückraum-Achse

Besonders vielversprechend ist die neue Rückraum-Achse der "Recken". Der baumlange Weißrusse Uladzislau Kulesh und der montenegrinische Linkshänder Branko Vujovic spielten zuletzt beim polnischen Top-Club Vive Kielce zusammen. Für die Spielmacher-Position kam der deutsche Nationalspieler Marian Michalczik. Der neue Torwart Dario Quenstedt (vom THW Kiel) gilt als Ergänzung zu Stammkeeper Domenico Ebner. Dem erst 20-jährigen Linkshänder Renars Uscins wird ein großes Talent bescheinigt. Trainer Prokop äußerte sich im NDR zufrieden: "Ich durfte meine Wunsch-Mannschaft zusammenstellen."

Das beschäftigt Trainer Christian Prokop

Prokop geht in Hannover in sein zweites Trainer-Jahr und trommelte seine Team schon am 11. Juli zusammen. "Die Mannschaft mit den vielen Neuzugängen sollte sich schnell kennenlernen, da sie in Stress-Momenten sehr schnell zusammenrücken muss", erklärte der Coach, der die ersten Wochen mit außersportlichen Events und einem Aktiv-Urlaub auflockern ließ.

Ein neues Teamgefüge und dann die Pflege der Automatismen standen im Mittelpunkt. "Wir wollen einen emotionalen, engagierten Handball bieten und mit unseren unterschiedlichen Charakteren die Gegner vor unterschiedliche Aufgaben stellen", sagte Prokop. Das Saisonziel: ein Platz in der oberen Tabellenhälfte, also mindestens Rang neun.

Prognose

Auf drei bis vier Positionen der Stamm-Sieben dürften neue Namen auftauchen - das ist schon ein größerer Umbruch. Auf dem Papier hat die TSV Hannover-Burgdorf definitiv viele starke Handballer. Ob sie zu einem echten Team zusammenwachsen werden? Am Anfang braucht es gewiss etwas Geduld. Die Qualität der Spieler reicht für die Plätze neun oder acht.

Wenn die neue Mannschaft schon am Anfang auf einer Euphoriewelle reitet, könnte die Saison sogar auf der europäischen Bühne enden. Eine knappe Testspiel-Niederlage gegen den deutschen Meister SC Magdeburg deutete das Potenzial an.

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Karl Wallinius © Jan Kirschner / NDR

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Dieses Thema im Programm:

NDR 2 Sport | 01.09.2022 | 23:03 Uhr

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