Uwe Schwenker, Präsident der Handball-Bundesliga © imago images / Joachim Sielski Foto: Joachim Sielski

HBL-Präsident Schwenker: 2G-Regel bei WM und EM für alle geplant

Stand: 10.11.2021 12:32 Uhr

Die Corona-Lage spitzt sich zu und hat laut Uwe Schwenker im Handball schon bei der anstehenden Frauen-WM (2. bis 19.12. in Spanien) sowie bei der Männer-EM 2022 (14. bis 30.1. in Ungarn und der Slowakei) weitreichende Konsequenzen. So peilen die internationalen Dachverbände IHF und EHF die 2G-Regelung auch für die Spielerinnen und Spieler an. Der Präsident der Handball-Bundesliga im NDR Interview über die Pandemie, ihre Folgen und die mögliche sportliche Wachablösung in der HBL.

Uwe Schwenker, die Corona-Neuinfektionen sind auf Rekordstand, es gibt immer mehr Impfdurchbrüche, auch im Sport. Wie geht die Handball-Bundesliga damit um?

Schwenker: Wir beobachten die Entwicklung. Wir haben bislang - was die Erste Liga betrifft - wenig bis gar keine Impfdurchbrüche gehabt, aber natürlich schon leidvolle Erfahrungen in der Zweiten Liga gemacht. Da sind etliche Spiele in der Vergangengeit ausgefallen. Wir werden uns in absehbarer Zeit zusammensetzen und uns mit allen Clubs austauschen, wie wir mit dieser Situation umgehen.

Gleichwohl gibt es Informationen seitens der IHF und der EHF bezüglich der Weltmeisterschaft der Frauen und der EM im Januar 2022. Dort werden Stand heute nur 2G - also Geimpfte und genesene Spieler und Staff-Mitglieder - zugelassen werden. Das ist natürlich eine Maßnahme, die wir auch bei unseren Überlegungen möglicherweise berücksichtigen werden.

VIDEO: Szilagyi, Schmäschke und Bohmann zur Corona-Lage im Handball (3 Min)

Die meisten Hallen fahren ein 3G-Konzept. Muss man auch in der Handball-Bundesliga umdenken?

Das muss man im Einzelfall gucken. Im Wesentlichen halten die Clubs mit den Gesundheitsämtern Rücksprache, respektive ist das natürlich von Bundesland zu Bundesland verschieden, weil man auch auf die unterschiedlichen Inzidenzwerte Rücksicht nimmt. Auch das werden wir in unsere Überlegungen mit einbeziehen müssen.

Die Hallen werden aktuell nicht wieder so voll wie vor der Pandemie. Was bedeutet das wirtschaftlich für die Handball-Bundesliga?

Bis zum Ende dieses Jahres gibt es ja noch die Überbrückungshilfen. Danach wird es für die Clubs schwieriger. Inwieweit man da über das Kalenderjahr Maßnahmen ergreift und gewisse Überbrückungshilfen verlängert, werden wir sehen. Derzeit wird die Auslastung in den Hallen im Durchschnitt bei ungefähr 70 Prozent sein. Aufgrund der staatliche Hilfen ist das im Moment zu kompensieren. Allerdings sieht das schon völlig anders aus mit Beginn des Kalenderjahres 2022. Da werden wir Maßnahmen überlegen müssen.  

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Die Handball-Bundesliga bietet derzeit ein ungewohntes Bild: Nicht Kiel oder Flensburg sind ganz oben, sondern der SC Magdeburg und dahinter auf Platz zwei die Füchse aus Berlin. Der Osten hängt den Norden deutlich ab - gibt es eine Wachablösung?

Dazu ist es noch zu früh. Auf jeden Fall ist es eine sehr gute Entwicklung für den normalen Handball-Fan, dass es einen sehr engen Spitzenkampf gibt und die Bundesliga höchst attraktiv, ausgeglichen und sehr interessant ist. Der Konkurrenzkampf für Kiel und Flensburg ist natürlich groß, aber für die laufende Saison glaube ich nicht, dass die ganze Sache schon entschieden ist. Der THW ist immer stark genug, um eine lange Serie zu starten und die Flensburger haben verletzungsbedingt ein bisschen Probleme.

Warum hinken die Nordclubs hinterher?

Bei Flensburg sind es auf jeden Fall die vielen Verletzten. Das ist eine Situation, die schwer zu kompensieren ist, weil einfach viele Leistungsträger ausgefallen sind. Der THW hat unnötig Punkte gelassen. Ich kann nicht genau sagen, woran es gelegen hat. Aber wenn man bei einem Aufsteiger TuS N-Lübbecke verliert, dann spricht das für die Stärke und Ausgeglichenheit dieser Liga.

Vor der Saison haben sie einen Zweikampf prognostiziert - allerdings von Kiel und Flensburg. Jetzt glauben Sie aber nicht, dass es beim Duell Magdeburg und Berlin bleiben wird?

Nein, das glaube ich nicht. Beide Mannschaften werden eine herausragende Rolle spielen und bis zum Ende um die Spitze mitspielen. Aber mindestens der THW Kiel wird sich noch ins Meisterschaftsrennen reinbringen. Bei Flensburg muss man gucken. Ich glaube, mit 'voller Kapelle' können sie noch eine gute Rolle spielen, aber im Moment kann ich die Situation dort nicht ganz einschätzen.

Das Interview führte Thomas Koos.

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Dieses Thema im Programm:

Sport aktuell | 10.11.2021 | 13:20 Uhr

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