Stand: 13.02.2020 20:35 Uhr

Flensburg feiert glanzlosen Sieg gegen Nordhorn

Jim Gottfridsson (l.) feierte mit der SG Flensburg-Handewitt einen Pflichtsieg gegen Nordhorn-Lingen.

Die SG Flensburg-Handewitt hat sich im Titelrennen der Handball-Bundesliga keine Blöße gegeben, aber auch wahrlich nicht mit Ruhm bekleckert. Der Meister bezwang am Donnerstagabend Aufsteiger HSG Nordhorn-Lingen mit 29:27 (16:13) und zog damit nach Pluspunkten mit Tabellenführer THW Kiel gleich. Der schleswig-holsteinische Erzrivale hat noch eine Partie weniger ausgetragen. Für die SG war es der 35. Erstliga-Heimsieg in Folge, die HSG wartet weiter auf ihre ersten Auswärtspunkte in dieser Saison.

"Wir haben uns nicht clever angestellt. Es war wichtig, dass wir die zwei Punkte behalten haben, aber wir müssen das viel besser machen", sagte SG-Routinier Holger Glandorf dem NDR Hörfunk.

SG spielt mit angezogener Handbremse

Das abgeschlagene Schlusslicht aus Nordhorn verkaufte sich in der "Hölle Nord" allerdings teuer.

Nach vier Minuten führte der krasse Außenseiter sogar mit 3:1. Die Hausherren konterten zwar mit einem 3:0-Lauf zum 4:3 (7.). So richtig zu überzeugen wusste der Champions-League-Teilnehmer mit Ausnahme eines kurzen Zwischenspurts, der zum 11:6 führte (21.), aber in der Folge nicht. Möglicherweise agierte der Titelkandidat ja auch mit Blick auf sein Königsklassen-Spiel am Sonnabend (17.30 Uhr) bei Elverum in Norwegen mit angezogener Handbremse. In der Schlussphase der ersten Hälfte ließen die Flensburger wieder etwas die Zügel schleifen. Nordhorn, das in Ballbesitz nun seinen Keeper durch einen Feldspieler ersetzte und dadurch wieder häufiger in die Nahwurfzone kam, konnte den Rückstand zur Pause auf drei Tore verkürzen. Gäste-Trainer Geir Sveinsson ging mit einem Lächeln im Gesicht in die Kabine. Der Isländer konnte mit der Vorstellung seiner Equipe zufrieden sein.

Nordhorn hat Sensation vor Augen

SG Flensburg-Handewitt - HSG Nordhorn-Lingen 29:27 (16:13)

Tore SG Flensburg-Handewitt: Steinhauser 7/3, Johannessen 4, Zachariassen 4, Jeppsson 3, Glandorf 2, Golla 2, Gottfridsson 2, Jöndal 2, Schöngarth 2, Jurecki 1
HSG Nordhorn-Lingen: Mickal 8, Miedema 7, Vorlicek 6, R. Weber 3/2, De Boer 1, Leenders 1, Pöhle 1
Zuschauer: 5.830

Und vielleicht wäre für die Grafschafter ja sogar ein wenig mehr in der ausverkauften Campushalle möglich gewesen, hätten sie nach dem Seitenwechsel beim Stand von 15:17 nicht mehrfach die Chance vergeben, auf einen Treffer heranzukommen. Nach über fünf torlosen Minuten sorgte Goran Sogard Johannessen dann mit einem Tempogegenstoß für das 18:15 der Hausherren. Die bis dahin recht ruhigen SG-Fans spendeten dafür viel Beifall, was auch ein Zeichen für ihre Erleichterung war. Richtig durchatmen konnte der Anhang des amtierenden Champions aber noch nicht. Zu pomadig blieb die Flensburger Vorstellung, sodass Nordhorn bis kurz vor Schluss von einem Punktgewinn träumen durfte.

Als Patrick Miedema in Überzahl auf 25:26 verkürzte (55.), war die Sensation plötzlich zum Greifen nah. Ausgerechnet Glandorf sorgte 60 Sekunden vor Ultimo mit dem 29:27 gegen seinen langjährigen Verein (von 2001 bis 2009) schließlich für die Entscheidung. "Großen Respekt an Nordhorn, sie haben sich nach allen Kräften gewehrt und das sehr, sehr gut gemacht", lobte Glandorf die unterlegenen Niedersachsen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 2 Sport | 13.02.2020 | 22:40 Uhr