Stand: 20.03.2019 17:58 Uhr

Fiete Arp - ein HSV-Talent in der Krise

HSV-Stürmer Fiete Arp im Form- und Stimmungstief.

Preisfrage für eingefleischte Fans des Fußball-Zweitligisten Hamburger SV: Wann hat Fiete Arp letztmals in einem Punktspiel für die Hanseaten ein Tor erzielt? Ja, es ist lange her - sechzehneinhalb Monate schon. Am 4. November 2017 markierte Arp gegen den VfB Stuttgart den 3:1-Endstand. Es war sein zweites Tor im erst dritten Bundesliga-Einsatz. Ganz Hamburg lag dem damals 17-Jährigen zu Füßen. "Ich bin nicht böse, wenn er 'Uns Fiete' genannt wird", adelte Vereins-Ikone "Uns Uwe" Seeler den Youngster.

Ein Tor in 37 Pflichtspielen

Inzwischen ist es still geworden um den als "Jahrhundert-Talent" gefeierten Angreifer. Was eben auch an der Leistungskurve liegt: Seit jenem Novembertag lief Arp noch 15 Mal in der Bundesliga auf, ebenso oft in der Zweiten Liga - ohne Torerfolg. Lediglich im DFB-Pokal gab es einen Arp-Treffer zu bejubeln, beim 5:3 gegen den westfälischen Oberligisten TuS Erndtebrück.

Fraglos haben Abiturstress, der erfolglose Abstiegskampf mit dem HSV und schließlich der Abgang seines Mentors Christian Titz an Arp genagt: "Die vergangenen zwölf Monate waren intensiv wie 25 Jahre", gab der Jungprofi zu. Ihm seien Dinge widerfahren, "die andere Menschen in 35 Jahren nicht erleben". Die HSV-Verantwortlichen schützten ihr Eigengewächs, vor allem, als der Hype nach den ersten guten Spielen begann.

Kritik von HSV-Coach Wolf: "Besser trainieren"

Doch jüngst knöpfte sich sogar der als Talente-Förderer bekannte HSV-Trainer Hannes Wolf seinen Jungstar vor. "Einfach wieder besser trainieren", forderte der 37 Jahre alte Fußball-Lehrer. Was war passiert? Die bei der 2:3-Heimpleite gegen Darmstadt 98 am Sonnabend gar nicht oder wie Arp nur kurz zum Zuge gekommenen Edelreservisten hatten am Tag danach ein clubinternes Testspiel gegen die U21 mit 0:1 verloren. Arp hatte wie in seinem 13-minütigen Kurzeinsatz am Vortag weder getroffen noch war er positiv aufgefallen. Wolf war stinksauer. "Wir haben junge deutsche Nationalspieler im Kader, nicht nur Fiete, die müssen sich halt jeden Tag strecken. Sie sind dabei, aber es passiert nicht so viel", monierte der Coach. Und legte noch einen drauf: "Besser trainieren hilft auch meistens, um besser zu spielen."

Wird in München alles besser?

Trotz des Tiefs steht für Arp, der am Mittwoch im Dress der deutschen U19 im EM-Qualifikationsspiel in Kroatien (2:1) das 1:0 erzielte, der nächste Karriereschritt fest. Sein Wechsel zu Bayern München ist offiziell bestätigt, im Sommer darf er selbst entscheiden, ob er schon in diesem oder erst im nächsten Jahr geht. Formkrise hin oder her - Bayern-Coach Niko Kovac prophezeite Arp jüngst noch einmal eine große Zukunft: "Wenn wir uns in einigen Jahren wieder sprechen, gebe ich euch Brief und Siegel, dass er dann Nationalspieler ist."

Derzeit erscheint ein Aufstieg vom Zweitliga-Reservisten zum Champions-League-Kicker in München, wo schon gestandene Nationalspieler auf der Bank oder Tribüne versauert sind, allerdings eher illusorisch.

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Dieses Thema im Programm:

Sportclub | 17.03.2019 | 22:50 Uhr

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