Stand: 10.07.2018 16:42 Uhr

Holtby: "Es ist wichtig, dass ich vorangehe"

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Führungsspieler Lewis Holtby (l.) mit HSV-Neuzugang Jairo.

In der neuen Saison kommt Lewis Holtby von Beginn an eine Führungsrolle zu beim Hamburger SV. Der erstmalige Abstieg des Dinos soll nur ein kurzer Ausrutscher sein. Der sofortige Wiederaufstieg ist das große Ziel. Schon im Trainingslager folgt der 27-Jährige seinem Anspruch, im Team von Trainer Christian Titz voranzugehen. Im NDR Interview spricht der Sohn eines Engländers über die schweißtreibende Arbeit in Österreich, die Neuzugänge, seine Rolle und natürlich die Chancen Englands bei der Fußball-WM in Russland.

Herr Holtby, Sie erleben sicher gerade eine anstrengende Zeit.

Lewis Holtby: Ja, definitiv. Dafür ist ein Trainingslager da. Ich habe schon ein paar mitgemacht. Es ist wichtig, dass wir alle mit dem Kopf da sind. Es ist sehr anspruchsvoll. Aber mir macht Trainingslager Spaß.

Sie haben fünf Neue in den Reihen. Wie weit ist die Integration fortgeschritten?

Holtby: Die Neuzugänge integrieren sich auf jeden Fall super. Sie fügen sich nahtlos ein. Die jungen Spieler sind auch gefühlte Neuzugänge. Von daher ist es erst mal ein "Get-Together". Man muss sich schnell zusammenfinden. Es funktioniert super, die Jungs sind offen. Es ist für sie natürlich auch viel Neues, aber das kriegen sie gut hin.

Und Sie haben wieder eine neue, alte Rolle eingenommen. Wie ist das für Sie?

Holtby: Wenn man länger dabei ist und vieles erlebt hat, dann ist es immer wichtig, den jungen und auch den neuen Spielern direkt zur Seite zu stehen. Dass man ihnen das Leben so leicht wie möglich macht und selbst vorangeht. Mir macht es Spaß, und ich hoffe, dass es so weitergeht.

Sie haben vom Trainer auch noch ein paar Hausaufgaben auf den Weg mitgekriegt. Es ist mal ein anderes Trainingslager - nicht nur für die Beine, sondern auch für den Kopf.

Holtby: Das sowieso. Wenn wir unter dem Trainer mit diesem Stil variabel spielen wollen, gilt es auch, sich damit zu befassen. Gerade auch für die neuen Spieler gibt es viel Videomaterial - viel "Paperwork". Da ist man immer wieder im Lernkurs und kann sich weiterentwickeln. Fußballspielen fängt im Kopf an.

Und Ihr Kumpel Christoph Moritz könnte ein Problemfall werden?

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Lewis Holtby (M.) beim Stretching mit seinem Mitbewohner Christoph Moritz (r.).

Holtby: (lacht) Moritz, nee. Er ist klar im Kopf und ein guter Fußballer. Es macht mir auch Spaß, mit ihm auf dem Zimmer zu sein. Er hat den gleichen Humor wie ich.

Die WM-Halbfinals stehen an. Schlägt ihr Herz für England?

Holtby: Das erste Spiel (Frankreich - Belgien, Anm.d.Red.) schaue ich mir noch mit einem Ruhepuls von 50, 60 an. Beim England-Spiel (gegen Kroatien) wird es dann ein bisschen höher schlagen.

Haben die Engländer gute Möglichkeiten, Weltmeister zu werden?

Holtby: (grinst) It's coming home.

Ehrlich, warum?

Holtby: Ich glaube dran, ja! Es ist einfach eine Euphorie da. Die Mannschaft ist jung und arbeitet gut. Die Nation steht positiv hinter der Mannschaft und die hat Qualität. Es kann auf beide Seiten gehen. Aber ich habe das Gefühl, dass es so weit kommen könnte.

Gucken Sie das Spiel allein, weil Sie den anderen auf den Senkel gehen?

Holtby: Nein, nein. Wir gucken natürlich zusammen. Alex, der neue Analyst (Alexander Hahn, Anm.d.Red.), ist auch ein halber Engländer. Wir werden uns bestimmt zusammensetzen und hoffentlich einen Sieg der Engländer sehen.

Das Interview führte Thorsten Vorbau, NDR Fernsehen

Der Kader des HSV

Dieses Thema im Programm:

Hamburg Journal | 10.07.2018 | 19:30 Uhr

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