Stand: 24.05.2019 14:22 Uhr

HSV: Boldt löst Becker als Sportvorstand ab

Fußball-Zweitligist Hamburger SV kommt einfach nicht zur Ruhe. Wenige Tage nach dem letzten Saison-Spieltag haben die Hanseaten Sportvorstand Ralf Becker mit sofortiger Wirkung freigestellt. Das gab der HSV am Freitagvormittag bekannt und stellte wenige Stunden später Jonas Boldt als Nachfolger vor. Der 37-Jährige, der zuletzt beim Bundesligisten Bayer Leverkusen tätig war, erhielt einen Zweijahresvertrag. "Wenn ich den erfülle, ist das schon ein Erfolg", sagte Boldt mit Blick auf seine zahlreichen Vorgänger beim HSV. "Vom ersten Moment an hatte ich ein gutes Gefühl", beschrieb der gebürtige Nürnberger den Verlauf der Gespräche mit den Norddeutschen. "Ich bin mit Ambitionen hierher gekommen. Wer mich kennt, der weiß, was das bedeutet. Ich spüre eine Verantwortung, die ganze vorhandene Energie zu bündeln und in die richtige Richtung zu lenken."

Boldt: "Keine Einigung mit Hecking"

Die Sportchefs des HSV seit 1998

  • Jonas Boldt 24.05.2019 -
  • Ralf Becker 03.06.2018 - 24.05.2019
  • Jens Todt 06.01.2017 - 08.03.2018
  • Dietmar Beiersdorfer* 10.05.2016 - 31.12.2016
  • Peter Knäbel 01.10.2014 - 09.05.2016
  • Oliver Kreuzer 11.06.2013 - 14.07.2014
  • Frank Arnesen 01.07.2011 - 22.05.2013
  • Bastian Reinhardt 25.05.2010 - 30.06.2011
  • Bernd Hoffmann* 24.06.2009 - 24.05.2010
  • Dietmar Beiersdorfer 01.09.2002 - 23.06.2009
  • Holger Hieronymus 01.07.1998 - 31.08.2002
*übergangsweise Doppelfunktion Clubchef/Sportchef

Als Grund für die Freistellung Beckers gab HSV-Aufsichtsratschef Max-Arnold Köttgen den "verpassten Aufstieg", vor allem dabei den "Verlauf der zweiten Saisonhälfte" an. Der Zeitpunkt überrascht dennoch, Becker hatte dem Vernehmen nach noch am Donnerstag Gespräche mit potenziellen HSV-Neuzugängen (u.a. Torwart Daniel Heuer-Fernandes) geführt und soll sich sogar mit Trainer Dieter Hecking bereits auf eine Zusammenarbeit verständigt haben. Boldt dementierte dies am Freitag. Es gebe "zu diesem Zeitpunkt" keinerlei Einigung mit einem neuen HSV-Coach, der "so schnell wie möglich" gefunden werden soll. Wer auf seiner Liste stehe und ob Hecking nach wie vor dazu zähle, wollte Boldt nicht verraten. Nach Informationen von NDR 90,3 soll der frühere Gladbacher und Wolfsburger Coach immer noch Favorit auf die Nachfolge von Hannes Wolf sein. "Es hat Gespräche mit dem HSV gegeben", bestätigte Hecking der Düsseldorfer "Rheinischen Post".

Hoffmann wollte Boldt schon vor einem Jahr

Clubchef Bernd Hoffmann hatte in einer Art Generalabrechnung jüngst von dem "überflüssigsten Nicht-Aufstieg der Fußball-Geschichte" gesprochen und festgestellt, der sportliche Bereich beim HSV habe "im Winter begonnen zu kollabieren". Eine deutliche Kritik an Becker, der erst im vergangenen Sommer von Holstein Kiel an die Elbe wechselte. Schon damals hatte Hoffmann eigentlich Boldt haben wollen.

Beckers Amtszeit unglücklich

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Sportchef Ralf Becker war beim Hamburger SV nur ein knappes Jahr im Amt.

Beckers Amtszeit in Hamburg stand von Beginn an unter keinem guten Stern. So war bei seinem Amtsantritt die Kaderplanung schon stark vorangetrieben. Die Trainerfrage pro Christian Titz war ebenfalls bereits geklärt. Dessen Entlassung und die anschließende Verpflichtung von Wolf im Oktober 2018 waren die ersten wichtigen Entscheidungen Beckers. In der Winterpause verstärkte er den HSV-Kader lediglich mit Berkay Özcan, gestand dies nach dem verpassten Aufstieg als Fehleinschätzung ein. Keine gute Figur gab Becker, dessen Vertrag in Hamburg noch bis 2021 läuft, schließlich bei der Wolf-Entlassung ab.

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Sport aktuell | 24.05.2019 | 11:25 Uhr