Stand: 07.12.2018 13:06 Uhr

Regionalliga-Reform: Die Quadratur des Kreises

Aufstiegsregelung, Anzahl der Aufsteiger, Staffeleinteilung: Die Reform der Fußball-Regionalliga ist ein Dauerthema, das seit langem emotional diskutiert wird. Zufrieden mit der aktuellen Konstellation ist eigentlich niemand. Doch der Weg zu einer Lösung ist steinig, da viele Interessen berücksichtigen werden müssen.

Die Quadratur des Kreises ist bekanntlich unmöglich, ähnlich scheint es mit einer Reform der Fußball-Regionalliga zu sein. Dass der Status quo unbefriedigend ist, darüber gibt es einen breiten Konsens. Doch wie kann eine Lösung gefunden werden? Die auf den ersten Blick sinnvollste Entscheidung wäre die Reduzierung von fünf auf vier Staffeln mit dem Aufstiegsrecht für die Meister. Die Neugliederung der Staffeln ist allerdings ein großes Problem. Eine DFB-Ad-hoc-Kommission schlug am Freitag vor, die Staffeln Südwest und West in ihrer jetzigen Form im Kern bestehen zu lassen. Die Ligen Nord, Nordost und Bayern sollen zu zwei Ligen verschmelzen. Sollten die betroffenen Regionalverbände zu keiner Aufteilung in zwei Staffeln gelangen, müssen sie eine genaue Begründung darlegen, wie stattdessen die beiden Aufsteiger in ihrem Gebiet zu ermitteln sind. Eine Aufstiegsrunde wäre eine Alternative. Bis zum 15. April 2019 soll Klarheit herrschen. Verabschiedet werden soll die neue Aufstiegsregelung auf dem DFB-Bundestag am 26./27. September kommenden Jahres.

Ein Fußball fliegt ins Tor. © panthermedia Foto: Tobias Eble

Das drohende Aus der Regionalliga-Reform

NDR Info - Sport aktuell -

Der DFB bastelt seit einem Jahr an einer Reform der Fußball-Regionalliga - doch jetzt steht die Reform vor dem Aus. Vereine wie der VfB Lübeck sind die Leidtragenden.

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Welche Regionalliga muss ihre Eigenständigkeit aufgeben?

Für Florian Möller, Vorstand beim Regionalligisten VfB Lübeck, wäre eine Aufstiegsrunde der drei Ligen Nord, Nordost und Bayern keine angemessene Lösung. "Wenn wir beispielsweise mit einem West-Regionalligisten um denselben Spieler werben. Für wen wird der sich dann entscheiden? Wahrscheinlich für den West-Verein, weil er weiß, der steigt direkt auf", betonte Möller im NDR Interview. Also doch lieber die Verschmelzung zu zwei Ligen? DFB-Vizepräsident Rainer Koch hofft auf diese Lösung. Seiner Meinung nach müsste die Nordost-Staffel ihren Anspruch auf Eigenständigkeit aufgeben. "Bei 56.000 Fußball-Mannschaften in Deutschland kann ich mit 9.500 Teams im Nordosten nicht beanspruchen, ein Viertel der Regionalligen zu haben." Koch selbst ist in dieser Causa allerdings direkt involviert, da er auch Präsident des Bayerischen Fußball-Verbandes ist, der seinerseits eine eigene Regionalliga stellt. Die Antwort des Nordostdeutschen Fußballverbandes fiel deutlich aus: Er lehnt eine Auflösung der Regionalliga Nordost strikt ab.

Drittligisten machen Druck

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Regionalliga-Reform - verfahrene Situation

Auf der DFB-Präsidiumssitzung geht es um die Regionalliga-Reform. Mal wieder. Die Situation ist verfahren, die Fronten sind verhärtet. extern

Der Streit um die Regionalliga hat inzwischen auch die Drittligisten auf den Plan gerufen. Sie protestierten am vergangenen Wochenende mit einer Spielpause nach dem Anpfiff gegen den Reformstau. "Stillstehen gegen den Stillstand" nannten sie die Aktion. Mittlerweile gibt es Stimmen, die eine Abkehr von der Entscheidung fordern, dass in dieser Saison und der kommenden Serie vier Mannschaften aus der Dritten Liga absteigen. Koch wiederum brachte eine zweigleisige Dritte Liga ins Gespräch. An Gedankenspielen mangelt es also nicht, wohl aber an Kompromissbereitschaft, wie DFB-Präsident Reinhard Grindel am Freitag in der "Neuen Osnabrücker Zeitung" kritisierte. "Die Regionalligen fordern, dass der Meister aufsteigt, wollen aber an fünf Regionalligen festhalten. Das gilt insbesondere für den Norden und den Nordosten. Die Drittligisten möchten am liebsten nur drei Absteiger. Das passt nicht zusammen. Um einen Kompromiss zu finden, müssen sich alle Seiten bewegen."

Lübecks Vorstand Möller: "Müssen über alles nachdenken"

Lübecks Vorstand Möller blickt mit Ärger und ein wenig Resignation auf die Debatte um die Regionalliga-Neuordnung: "Momentan fehlt mir beim DFB die Bereitschaft zu sagen: Wir müssen über alles nachdenken, und auch der Westen und Südwesten müssen Zugeständnisse machen. Ich kann schwer nachvollziehen, was zurzeit passiert."

Deutschlandkarte in unterschiedliche RL-Bereiche aufgeteilt (rot und grün)..

Regionalliga-Reform: Vier statt drei Aufsteiger

Sportclub -

Einteilung und Aufstiegsregelung in den Regionalligen sorgen seit langem für Diskussionen. 2019 und 2020 gilt eine neue Regelung beim Aufstieg in die Dritte Liga.

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Dieses Thema im Programm:

Sport aktuell | 06.12.2018 | 15:25 Uhr

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