Symbolbild Hansa Rostock - Ostseestadion © NDR Foto: Katrin Schäfer

Hansa Rostock forciert Verhandlungen: Stadionverkauf notwendig

Stand: 06.09.2021 15:58 Uhr

Fußball-Zweitligist Hansa Rostock will sein Ostseestadion verkaufen, das immer größere Löcher in den Etat reißt. Die Mitglieder stimmten für weitere Verhandlungen mit der Stadt.

Für den finanziell nicht gerade auf Rosen gebetteten Traditionsclub aus Mecklenburg ist das Stadion der größte Klotz am Bein. Kredite, Zinsen, Unterhalt und notwendige Modernisierungen reißen Jahr für Jahr große Löcher in die Bilanzen des Proficlubs.

Allein die Schulden bei Hansa-Investor Rolf Elgeti, zugleich Gesellschafter und Hauptgläubiger der Arena, belaufen sich auf mehr als 20 Millionen Euro. "Eine gewisse Abhängigkeit von der Obotritia (die Beteiligungsfirma von Rolf Elgeti/d.Red.) ist nicht von der Hand zu weisen", sagte Vorstandschef Robert Marien.

Mitglieder stimmen für Verhandlungen mit der Stadt

Umso erleichterter muss der Club-Boss nach der Mitgliederversammlung am Sonntag im Ostseestadion gewesen sein. "Unsere Mitglieder haben uns ein klares Votum erteilt, dass wir die Gespräche mit Stadt und Land finalisieren", so Marien. Bei der Sitzung des Fußball-Zweitligisten, die Corona-bedingt aus dem vergangenen Jahr nachgeholt wurde, hatten knapp 80 Prozent der 578 stimmberechtigten Anwesenden für weitere Verhandlungen mit der Stadt gestimmt. Ziel sei es, so Marien, bei der nächsten turnusmäßigen Mitgliederversammlung am 21. November endgültig über den Verkauf des Stadions abzustimmen.

Verkaufspreis von 12,17 Millionen Euro im Gespräch

Für den Verein, der die Arena Ende der 1990er-Jahre für den symbolischen Preis von einem Euro erworben hatte, wäre ein Verkauf an die Stadt ein Glücksfall. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur ist ein Verkaufspreis von 12,17 Millionen Euro im Gespräch. Zusätzlich soll das Land für Sanierungsmaßnahmen Mittel in Höhe von 14 Millionen Euro bereitstellen. Im Gegenzug würde Hansa für die Nutzung des Ostseestadions eine jährliche Miete an die Stadt entrichten.

Rostocker Bürgerschaft müsste zustimmen

Die Rostocker Bürgerschaft steht dem Vorhaben grundsätzlich offen gegenüber, müsste dem Kauf, der letztlich durch Steuergelder finanziert würde, aber noch zustimmen. Ob die Verhandlungspartner bis Ende November eine Einigung erzielen können, bleibt offen. "Ich kann nicht in die Kristallkugel schauen, ob uns das gelingt. Wenn wir ein, zwei Schleifen mehr drehen müssen, werden wir eine außerordentliche Mitgliederversammlung einberufen", betonte Marien.

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Nordmagazin | 06.09.2021 | 19:30 Uhr

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