Clubboss Martin Kind von Hannover 96 © imago images/Joachim Sielski

Hannover-96-Boss Kind: "Weiter runter sollte es nicht gehen"

Stand: 02.12.2020 18:42 Uhr

Der Bundesligaaufstieg war das zu Saisonbeginn formulierte Ziel bei Hannover 96. Nach neun Spielen liegen die Niedersachsen nur auf dem 14. Tabellenplatz. Für Club-Boss Martin Kind "eine unerwartete und kritische Entwicklung".

Kritik an Trainer Kenan Kocak äußerte der 76-Jährige im NDR 2-Bundesligashow-Podcast allerdings nicht. "Natürlich hatten wir zu Beginn der Saison andere Ziele, aber jetzt ist Realismus gefordert", sagte Kind, betonte aber: "Ich würde schon sagen, dass die Entwicklung kritisch ist. Wir sind jetzt 14., weiter sollte es eigentlich nicht runtergehen."

Der 96-Chef vertraut seinem Übungsleiter, die jüngsten Leistungen der Mannschaft bereiten ihm allerdings Sorgen: "Das Spiel in Würzburg war kein guter Auftritt, um es noch sehr freundlich zu formulieren." Das 1:2 beim Tabellenletzten war eine von vier Auswärtsniederlagen der Hannoveraner.

Clubboss Martin Kind von Hannover 96 © imago images/Noah Wedel
AUDIO: NDR 2-Bundesligashow-Podcast mit Slomka und Kind (39 Min)

Aufstieg für Kind aktuell kein Thema

Am vergangenen Sonntag verlor 96 zudem das Nordduell im eigenen Stadion gegen Holstein Kiel mit 0:3 (0:0) und büßte damit auch noch seinen Heimnimbus ein. Das Thema Aufstieg ist nach zuletzt nur einem Punkt aus vier Spielen bei Kind aktuell keines mehr. "Eine Saison ist lang, aber Stand heute sollten wir uns mit unseren wirklichen Herausforderungen auseinandersetzen. Verbale Ziele sind hier nicht mehr hilfreich."

"Wir waren der Auffassung, dass wir mit dieser neu zusammengestellten Mannschaft die Chance haben, aufzusteigen. Jetzt ist Realismus gefordert. Es muss an den Basics gearbeitet werden und Stabilität in die Mannschaft kommen. Das erfordert doch mehr Zeit, als ich erwartet habe." Martin Kind

Ex-96-Coach Slomka: "Herr Kind ist ja mitunter unberechenbar"

Gegen die Kieler zeigte sich das Team zwar formverbessert (Kocak: "Ich kann der Mannschaft keinen Vorwurf machen"), das Ergebnis stürzte Hannover aber noch tiefer in die Bredouille. Auch wenn sich Kocak nach eigener Aussage schwertut, schon jetzt das Wort "Krise" in den Mund zu nehmen, läuten am Maschsee die Alarmglocken.

In der Vorsaison hatte sein Vorgänger Mirko Slomka zum gleichen Zeitpunkt einen Punkt mehr auf dem Konto. Drei Spiele und drei Unentschieden später war Slomka in Hannover schon wieder Geschichte. "Das Geschäft ist unerbittlich und unberechenbar", sagte der Ex-96-Coach im NDR 2-Bundesligashow-Podcast und fügte mit einem Lachen hinzu: "Herr Kind ist ja mitunter auch unberechenbar."

Kocak zählt die Mannschaft an

Trainer Kocak hatte nach der Pleite in Würzburg, die er wegen eines Hexenschusses vom Hotel aus verfolgen musste, gereizt reagiert und seine Mannschaft angezählt. "Man kann Spiele verlieren und mal einen schlechten Tag haben. Aber man sollte würdig sein, das 96-Trikot zu tragen. Wenn man das Spiel Revue passieren lässt, dann müssen wir sagen, das war in keinster Weise 96-würdig", betonte der 39-Jährige.

Kind: "Fahren nicht zum HSV, um zu verlieren"

Gerhard Zuber ist allerdings überzeugt, dass "die Mannschaft intakt ist und macht, was der Trainer will". Der Manager kündigte eine genaue Analyse an. "Wenn es nicht läuft, muss man sich das umso mehr wieder erarbeiten", betonte der 45-Jährige. Die Chance zum Turnaround bietet sich den Hannoveranern am Sonnabend (13 Uhr/im NDR Livecenter) im nächsten Nordduell beim Hamburger SV. "Wir fahren nicht dahin, um zu verlieren", sagte Kind.

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Dieses Thema im Programm:

Die NDR 2 Bundesligashow | 03.12.2020 | 06:00 Uhr

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