Stand: 14.05.2020 15:46 Uhr

Geisterspiele im Fußball: Das sind die Regeln

Erstmals in der Geschichte der Fußball-Bundesliga wird am Wochenende ein kompletter Spieltag mit Geisterspielen ausgetragen. Das Hygiene- und Sicherheitskonzept der DFL hat gravierende Änderungen für den Ablauf der Spiele zur Folge. Die wichtigsten im Überblick:

  • Anreise der Mannschaft: Erfolgt in mehreren Bussen wegen der Distanzregelungen. Spieler der Heimmannschaft sollen - am besten einzeln - in Pkw kommen. 

  • Personen im Stadion: Die Arenen werden in drei Zonen eingeteilt: Stadioninnenraum (unter anderem Spielfeld, Spielertunnel und Kabinen), Tribüne und Stadionaußengelände. Der gastgebende Club hat darauf zu achten, dass zeitgleich maximal etwa 300 Personen auf dem gesamten Gelände anwesend sind.

In jeder Zone dürfen höchstens etwa 100 Personen zeitgleich sein, im Innenraum neben den Spielern, Ersatzspielern und Schiedsrichtern nur zehn Mitglieder der Funktionsteams, vier Balljungen (mit Mund-Nase-Schutz), drei Fotografen, vier Sanitäter, vier Ordner, 15 Personen aus den Bereichen TV-Signal, Videobeweis und Datenerhebung.

Fans sind in keiner der drei Zonen erlaubt. Hierfür trägt der Heimclub auf dem Stadiongelände die Verantwortung. Auf der Tribüne sitzen während des Spiels auch zwei Dopingkontrolleure, die Zugang zu den Kontrollräumen haben. Greenkeeper dürfen vor und nach dem Spiel sowie in der Halbzeit auf den Rasen.

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Eine Frau wischt die Ersatzbank des VfL Wolfsburg sauber. © imago images / Picture Point LE

Die Eckpunkte des DFL-Hygienekonzepts

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  • Kabinen: Möglichst viele Räume sollen - zur Einhaltung der Mindestabstände - zur Verfügung gestellt und zwischendurch desinfiziert werden.

  • Einlaufen der Mannschaften: Die Teams kommen getrennt, auch vom Schiedsrichter-Gespann, auf den Platz. Keine Einlaufkinder, keine Maskottchen, kein gemeinsames Aufstellen und - wichtig für die Kapitäne - kein Handshake bei der Platzwahl.

  • Auf der Bank: Nur jeder zweite bis dritte Platz darf besetzt werden. Zusätzliche Sitzmöglichkeiten und Plexiglas-Trennungen sind vorgesehen. Alle Personen müssen eine Maske tragen. Der Trainer darf den Nasen-Mund-Schutz zum Rufen von Anweisungen abnehmen - sofern er einen Mindestabstand von 1,50 Meter zu allen anderen Personen einhält. Ersatzspieler müssen beim Aufwärmen keine Maske benutzen.

  • Auswechslungen: Für den Rest der Saison sind fünf statt drei Auswechslungen erlaubt. Den Trainern stehen hierfür aber lediglich "drei Gelegenheiten" zur Verfügung. Die "Kommission Fußball" der DFL empfiehlt zudem, dass maximal zwei Spieler gleichzeitig eingewechselt werden.

  • Verhalten beim Spiel: Gemeinsames Jubeln, Abklatschen und Umarmungen sind zu unterlassen. Kurzer Ellenbogen- oder Fußkontakt ist erlaubt. Ein- und Auswechslungen ohne Abklatschen. Keine Rudelbildung, nur personalisierte Trinkflaschen. Und: "Ausstoß von Speichel (Spucken) vermeiden", heißt es.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 2 Sport | 14.05.2020 | 23:03 Uhr

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