Stand: 08.12.2019 20:38 Uhr

Bittere Pleite für Werder Bremen gegen Paderborn

von Matthias Heidrich, NDR.de
Werder Bremen hat gegen Paderborn eine Heimpleite hinnehmen müssen.

Bitterer kann man wohl kaum verlieren: Werder Bremen hat am Sonntag im eigenen Stadion eine 0:1 (0:0)-Niederlage gegen Bundesliga-Aufsteiger SC Paderborn hinnehmen müssen. Der Treffer für die Gäste fiel in der 90. Minute und fand erst Anerkennung, nachdem sich der Video-Assistent eingeschaltet hatte und die Abseitsentscheidung von Schiedsrichter Sascha Stegemann korrigiert hatte. Mit der sechsten Niederlage im 14. Saisonspiel rangieren die Bremer auf Tabellenplatz 14, mit nur zwei Punkten Vorsprung auf den Relegationsrang.

Werder-Trainer Kohfeldt enttäuscht

"Wir haben nicht das auf den Platz gebracht, was wir wollten. Ich hatte nie das Gefühl, dass wir heute ein Mannschaft sind, die es unbedingt erzwingen will", sagte Trainer Florian Kohfeldt, der das Gegentor zum "schlimmsten Zeitpunkt, den man sich denken konnte" verortete. "Wir sind in einer sehr, sehr schweren Situation und im unteren Drittel. Das erste und einzige Ziel ist es jetzt, sich daraus zu befreien. Alles andere wäre dummes Gefasel."

Moisander-Comeback nach drei Monaten Pause

Immerhin: Eine gute Botschaft gab es für die Werder-Fans vor dem Anpfiff. Kapitän Niklas Moisander kehrte nach dreimonatiger Verletzungspause in die Startaufstellung der Bremer zurück. Für den Abwehrchef musste Christian Groß auf der Ersatzbank Platz nehmen.

Doppelchance durch Bittencourt und Klaassen

14.Spieltag, 08.12.2019 18:00 Uhr

Werder Bremen

0

SC Paderborn

1

Tore:

  • 0:1 S. Michel (90.)

Werder Bremen: Pavlenka - Gebre Selassie, Veljkovic, Moisander, Augustinsson - Bargfrede (67. Goller) - M. Eggestein, Klaassen - Bittencourt (87. J. Eggestein), Rashica - Osako (58. Pizarro)
SC Paderborn: Zingerle - Jans, Kilian, Schonlau, Collins - Vasiliadis, Gjasula (84. S. Michel) - Pröger, Antwi-Adjej (68. Holtmann) - Mamba, Zolinski (58. Oliveira Souza)
Zuschauer: 39870

Weitere Daten zum Spiel

Moisander führte sich mit vielen klugen Pässen und Übersicht wieder gut ein. Das Problem des Bremer Spiels war eher weiter vorne zu finden. Im letzten Drittel fehlte es den Grün-Weißen gegen hartnäckige Paderborner an Präzision. Leonardo Bittencourt und Davy Klaassen hätten bei ihrer Doppelchance (14.) trotzdem die Führung besorgen können. Leopold Zingerle im Paderborner Tor war jeweils zur Stelle. Maximilian Eggestein verzog zudem aus aussichtsreicher Position (25.).

Auf der anderen Seite glänzte Werder-Keeper Jiri Pavlenka mit einer Flugeinlage (29.) und einem klasse Reflex auf der Linie (30.). So stand zur Pause ein leistungsgerechtes 0:0, das niemanden so Recht vom Hocker riss.

Auch Pizarro kann Werder nicht helfen

Im zweiten Durchgang war Werder bemüht, auch überlegen, aber weiter fahrig im Offensivspiel. Abschlüsse waren Mangelware. Kohfeldt reagierte und brachte Routinier Claudio Pizarro (58.) für Yuya Osako in die Partie. Zwingender wurden die Aktionen der Bremer aber nicht. Es fehlten die zündenden Ideen. Milot Rashica, in Wolfsburg noch herausragend, war bemüht, mehr aber auch nicht. Bittencourt vergab in der 85. Minute eine gute Gelegenheit.

Michel trifft nach Videobeweis für Paderborn

Dann brach die 90. Minute an und der Ball zappelte auf einmal im Tornetz der Bremer. Sven Michel hatte getroffen, doch Schiedsrichter Stegemann entschied auf Abseitsstellung von Passgeber Streli Mamba. So hatten es wohl auch alle empfunden - in Echtgeschwindigkeit. Doch Video-Assistent Tobias Reichel hatte Zeitlupen und Linien, überprüfte und gab Stegemann den richtigen Hinweis: kein Abseits, Tor für Paderborn. Verspäteter Jubel beim Aufsteiger und purer Frust bei den Bremern, die in der restlichen Nachspielzeit nichts mehr bewegen konnten und spätestens jetzt im Abstiegskampf angekommen sind.

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Dieses Thema im Programm:

Sportclub | 08.12.2019 | 22:50 Uhr

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