Stand: 09.12.2018 18:32 Uhr

1:1 in Mainz: Hannover fühlt sich verschaukelt

von Sebastian Ragoß, NDR.de
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Im Mittelpunkt: Schiedsrichter Robert Hartmann.

Bis kurz vor dem Ende der regulären Spielzeit hatte es so ausgesehen, als könnte Hannovers Manager Horst Heldt seinen 49. Geburtstag mit einem Auswärtssieg seines Teams beim 1. FSV Mainz 05 feiern. Doch nach letztlich turbulenten 100 Minuten und dem 1:1 nach einer 1:0-Halbzeitführung blieb wieder nur der Ärger über eine verpasste Chance - und vor allem über den Videoassistenten in Köln. Der Aufreger des Spiels: Die Entscheidung von Schiedsrichter Robert Hartmann in der 86. Minute Elfmeter zu geben, obwohl 96-Verteidiger Matthias Ostrzolek Mainz-Stürmer Jean-Philippe Mateta wenn überhaupt nur leicht berührt hatte.

"Das ist ja ein Witz, das war der Wahnsinn an Schwalbe. Wieso mischt er sich da nicht ein und sagt, das ist eine klare Schwalbe? Ich verstehe es nicht mehr. Es ist nicht mehr akzeptabel, der ganze Scheiß", schimpfte Heldt bei "Sky" Richtung Videoassistent.

"Die Verantwortlichen sollten diese Saison einmal vollumfänglich analysieren. Es müssen reproduzierbare Entscheidungen kommen. So wie es jetzt läuft, das ist nicht akzeptabel. Es hilft dann auch nicht wirklich." 96-Clubboss Martin Kind im NDR Sportclub

Weydandt markiert die frühe Führung

Nicht zum ersten Mal fühlte sich der Tabellenvorletzte in dieser Saison benachteiligt. "Vielleicht haben wir demnächst auch mal den Videoschiri auf unserer Seite. Wenn man in Köln in aller Ruhe nicht erkennt, dass die Situation beim Elfmeter eine Schwalbe war, dann können wir aufhören", sagte 96-Coach André Breitenreiter: "Wir wurden klar benachteiligt." So nachvollziehbar die Aufregung war, letztlich hatten sich die Niedersachsen selbst zuzuschreiben, dass sie nach gutem Beginn in der zweiten Hälfte eine ganz schwache Leistung zeigten.

Zunächst hatten Breitenreiters Maßnahmen gegriffen. Der Coach, der vor der Partie ausdrücklich eine Jobgarantie von Präsident Martin Kind bekommen hatte, entschied sich dazu, seine Mannschaft radikal umzustellen. Sieben Neue beorderte Breitenreiter in die Startelf und hatte damit den richtigen Riecher. Hendrik Weydandt nutzte die bereits dritte Chance seiner Elf in der zwölften Minute zur frühen Führung. Anschließend zog sich Hannover aber viel zu weit zurück. Die erste Aufregung um den Videoassistenten gab es in der 25. Minute: 96-Verteidiger Kevin Wimmer köpfte sich den Ball an den Arm. Hartmann schaute sich nach Intervention des Videoassistenten die Szene auf dem Bildschirm an, blieb aber bei seiner Entscheidung, keinen Elfmeter zu geben (25.). Trotzdem regte auch diese Szene Heldt auf: "Warum greift er da in Köln ein? Der soll die Klappe halten und einfach weiterspielen lassen."

96-Fans sorgen für fünfminütige Spielunterbrechung

14.Spieltag, 09.12.2018 15:30 Uhr

1. FSV Mainz

1

Hannover 96

1

Tore:

  • 0:1 Weydandt (12.)
  • 1:1 Brosinski (86., Foulelfmeter)

1. FSV Mainz: Zentner - Brosinski, Bell, Niakhaté, Martín - Kunde Malong (58. Ujah) - Gbamin, Latza (82. Onisiwo) - Boetius (58. Maxim) - Mateta, Quaison
Hannover 96: M. Esser - Sorg, Anton, Wimmer, Ostrzolek - Haraguchi, Walace, Schwegler (70. Bakalorz) - Asano (75. Elez) - Füllkrug, Weydandt (90. Wood)
Zuschauer: 23305

Weitere Daten zum Spiel

Den nächsten Anlass zum Ärgern gab es direkt nach Wiederbeginn, als Hannover-Fans massiv Pyrotechnik zündeten und so für eine fünfminütige Spielunterbrechung sorgten. Nachdem sich der Rauch gelegt hatte, stürmte nur noch Mainz, wenn auch zumeist wild und unkontrolliert. Die Bälle flogen im Minutentakt in den Strafraum und wurden von den 96-Verteidigern meist nur noch nach vorne gebolzt. Trotzdem hatten die Gäste durch Takuma Asano die Chance zur Vorentscheidung. Der Japaner scheiterte aber an Mainz-Keeper Robin Zentner (71.). Die 05er hatten ihrerseits Chancen durch Danny Latza, der einmal den Pfosten traf (57.) und knapp vorbeiköpfte (71.). Es sah in der zunehmend hitziger werdenden Partie aber gut aus für Hannover, ehe die verhängnisvolle 86. Minute kam. Mateta fiel und Daniel Brosinski erzielte per Strafstoß das 1:1. "Er hebt einfach ab. Der Spieler hat selbst gesagt, dass es eine Schwalbe ist", sagte Ostrzolek.

Ujahs vermeintlicher Siegtreffer zählt nicht

Bei allem Ärger über den Videoassistenten in Köln: In der Nachspielzeit verhinderte er, dass Hannover mit vollkommen leeren Händen dastand. Anthony Ujah bejubelte bereits den vermeintlichen Siegtreffer. Doch nach Eingreifen des Videoassistenten wurde auf Abseits entscheiden. Beruhigen konnte das Heldt und Co. allerdings nicht mehr. Für Hannover fühlte sich das 1:1 wie eine Niederlage an.

Dieses Thema im Programm:

Sportclub | 09.12.2018 | 22:50 Uhr

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