Frust bei Keeper Jasmin Fejzic (l.) von Eintracht Braunschweig nach einem Gegentreffer im Spiel beim Hamburger SV © IMAGO / Hübner

Braunschweig nach Niederlage beim HSV abgestiegen

Stand: 23.05.2021 17:19 Uhr

Eintracht Braunschweig ist nach nur einer Saison wieder aus der zweiten Fußball-Bundesliga abgestiegen. Am letzten Spieltag verloren die Niedersachsen beim Hamburger SV mit 0:4 (0:3) und beenden die Saison als Tabellen-17.

von Hanno Bode

"Mir tut es unendlich leid für den Verein und die Fans, weil wir es verbockt haben. Es ist jetzt so eine Leere da", sagte Eintracht-Kapitän Jannis Nikolaou dem NDR. Für den 27-Jährigen war es der zweite Abstieg in Folge. Vor einem Jahr hatte der Defensiv-Spezialist mit Dynamo Dresden den Zweitliga-Klassenerhalt verpasst.

Gleich zum dritten Mal in Serie scheiterte derweil der HSV am Aufstieg und landete wie in den beiden Vorjahren auf dem enttäuschenden vierten Platz. Sportvorstand Jonas Boldt kündigte im NDR Interview an, die Zügel in Zukunft anziehen zu wollen: "Ein paar gute Spiele während Saison reichen halt nicht. Die Bereitschaft muss da sein, hier erfolgreich sein zu wollen. Das hat der eine oder andere vielleicht vermissen lassen."

Eher wortkarg gab sich der 39-Jährige in Bezug auf Gerüchte, nach denen sich sich die Hamburger mit Trainer Tim Walter (ehemals Coach von Holstein Kiel) Einigung über ein Engagement erzielt haben. "Ich werde Namen nicht groß kommentieren", sagte Boldt.

Kittel-Doppelpack bringt HSV auf Siegkurs

Dass es für den BTSV am Sonntagnachmittag im Volksparkstadion nicht das erhoffte Wunder geben würde, deutete sich bereits früh an. Nach einem Doppelpack von Sonny Kittel, der zunächst per Freistoß (7.) und dann mit einem satten Linksschuss traf (21.), war die Lage für den zum Siegen verdammten BTSV bereits Mitte des ersten Abschnitts relativ aussichtslos. Zumal die "Löwen" nicht mit ihrer vermeintlich stärksten Elf antraten. Coach Daniel Meyer hatte überraschend auf Kapitän Martin Kobylanski, Benjamin Kessel, Lasse Schlüter und Nick Proschwitz verzichtet.

Gerüchten zufolge soll das Quartett nach der 1:2-Pleite am vergangenen Sonntag gegen Schlusslicht Würzburger Kickers im Quarantäne-Hotel über die Stränge geschlagen haben. Die Eintracht dementierte dies allerdings via Twitter. Meyer habe seinen Kader ausschließlich nach den Eindrücken aus den vorausgegangenen Trainingstagen nominiert, hieß es.

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Jasmin Fejzic (Eintracht Braunschweig) ist enttäuscht. © IMAGO / Hübner Foto: Hübner

Kommentar: Eintracht Braunschweig - Ein Abstieg mit Ansage

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Meißner sorgt mit dem Pausenpfiff für Entscheidung

Trotz dieser Nebengeräusche und des 0:2-Rückstands war Braunschweig bemüht, ein ordentliches Bild an der Elbe abzugeben. Offensiv zeigten die Gäste einige gute Ansätze, defensiv waren sie aber zu fehleranfällig. Der zunächst ohne seinen Top-Torjäger Simon Terodde sowie Abwehrchef Toni Leistner (beide saßen auf der Bank) angetretene HSV hätte mit ein wenig mehr Entschlossenheit höher führen können. Doch auch so war es ein Auftritt nach dem Gusto von Horst Hrubesch in seinem letzten Spiel als Interimscoach. Seine Mannschaft ließ - wie vom 70-Jährigen im Vorfeld der Begegnung gefordert - nie den Verdacht aufkommen, sich möglicherweise hängen zu lassen.

Ganz im Gegenteil: Praktisch mit dem Halbzeitpfiff erhöhten die Hausherren sogar auf 3:0. Nach einem Eckstoß von Sonny Kittel und einer Kopfballverlängerung durch Rick van Drongelen war Robin Meißner per Direktabnahme erfolgreich (45.+2).

Terodde im Fernduell mit Dursun um Torjäger-Kanone

Zur zweiten Hälfte wechselte Hrubesch Terodde ein und gab dem künftigen Schalker so die Chance, vielleicht doch noch die Torjäger-Kanone zu gewinnen. Der Rückstand des 33-Jährigen auf Serdar Dursun (Darmstadt 98) betrug mit dem Wiederanpfiff zwei Tore, dann traf der "Lilien"-Stürmer im Spiel bei Holstein Kiel zum 1:1 und 2:1 und erhöhte sein Treffer-Konto auf 27. Zum Vergleich: Das gesamte Braunschweiger Team erzielte in 34 Partien 30 "Buden".

Dass der Gang in die Drittklassigkeit nicht mehr abzuwenden war, dürfte mit Beginn des zweiten Durchgangs jedem Eintracht-Profi bewusst gewesen sein. Denn neben vier eigenen Toren benötigten die "Löwen" auch noch die Schützenhilfe von Erzgebirge Aue, um den VfL Osnabrück noch von Rang 16 verdrängen können. Aber die Sachsen lagen mit 0:1 zurück.

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Fußball-Tabelle © Panthermedia,  Screenshot/NDR Foto: Tobias Eble

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HSV lässt es nach der Pause ruhig angehen

Die Erzgebirgler drehten die Partie dann zwar. Aber der BTSV war in Hamburg weit von einer Wende entfernt, obwohl der HSV es im zweiten Abschnitt vor 250 Zuschauern (allesamt Mitglieder der Geschäftsstellen beider Clubs) gemächlich angehen ließ. In Anbetracht des bereits in der Vorwoche verspielten Aufstiegs sowie der hohen Führung war dies durchaus nachvollziehbar. Einzig Terodde war noch unentwegt unterwegs und belohnte sich dafür bei seiner Abschiedsvorstellung mit dem 4:0 (76.).

Damit schloss sich für den Routinier der Kreis. Er hatte im ersten Saisonspiel gegen Fortuna Düsseldorf (2:1) doppelt getroffen und nun auch im Saisonfinale einen Treffer erzielt.

34.Spieltag, 23.05.2021 15:30 Uhr

Hamburger SV

4

Braunschweig

0

Tore:

  • 1:0 Kittel (7.)
  • 2:0 Kittel (21.)
  • 3:0 Meißner (45. +2)
  • 4:0 Terodde (76.)

Hamburger SV: Ulreich - David (79. Leistner), van Drongelen, Heyer, Leibold - Jatta, Kinsombi (74. Kwarteng), Gyamerah (46. Narey), Kittel (64. Heil) - Meißner, Wintzheimer (46. Terodde)
Braunschweig: Fejzic - Wiebe (86. Kleeberg), Behrendt, Diakhite, May (66. Ziegele) - Nikolaou, Ben Balla - F. Kaufmann (66. Kupusovic), Kroos (77. Kammerbauer), Bär - Otto
Zuschauer:

Weitere Daten zum Spiel

Dieses Thema im Programm:

Sportclub | 23.05.2021 | 22:45 Uhr

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