Stand: 01.12.2019 19:54 Uhr

3:2! Werder Bremen siegt in Wolfsburg

von Johannes Freytag, NDR.de
Jubel bei den Bremer Profis - endlich wieder ein Sieg.

Der Negativlauf von Werder Bremen ist beendet. Die Hanseaten setzten sich am Sonntagabend im Nordduell beim VfL Wolfsburg mit 3:2 (2:1) durch. Milot Rashica war mit zwei Treffern der Matchwinner für die Bremer, die zuvor acht Spiele in Folge ohne Dreier geblieben waren. Werder-Coach Florian Kohfeldt zeigte sich nach der Partie erleichtert, fand aber im NDR Interview auch mahnende Worte: "Es ist nur ein Sieg, wir haben noch nichts geschafft." Ähnlich äußerte sich Maximilian Eggestein: "Das soll erst der Anfang sein, bis zur Winterpause müssen wir auf jeden Fall noch ein paar Punkte holen." Wolfsburgs Trainer Oliver Glasner war mit dem Offensivspiel seiner Mannschaft halbwegs zufrieden, erklärte aber auch: "Werder war einfach effizienter."

Rashica bringt Werder in Führung

Beim VfL lief Robin Knoche für den Gelb-Rot-gesperrten Marcel Tisserand auf, bei Werder begannen Christian Groß und Bittencourt für Sebastian Langkamp und Nuri Sahin (beide Bank).

13.Spieltag, 01.12.2019 18:00 Uhr

VfL Wolfsburg

2

Werder Bremen

3

Tore:

  • 0:1 Rashica (13., Handelfmeter)
  • 1:1 Weghorst (36.)
  • 1:2 Bittencourt (39.)
  • 2:2 William (73.)
  • 2:3 Rashica (83.)

VfL Wolfsburg: Casteels - Knoche (73. Ginczek), Bruma, Brooks - William, Guilavogui, Arnold, Roussillon - Victor (84. Steffen), Mehmedi (60. Brekalo) - Weghorst
Werder Bremen: Pavlenka - Gebre Selassie, Veljkovic, Groß, Augustinsson - M. Eggestein, Bargfrede (76. Sargent) - Bittencourt (86. Lang), Klaassen, Rashica - Osako (78. Pizarro)
Zuschauer: 26012

Weitere Daten zum Spiel

Die erste Torchance der Partie hatte Wolfsburgs Joao Victor, der einen Kopfball an die Latte setzte (6.). Werder war eine Verunsicherung angesichts der sportlichen Talfahrt nicht anzumerken, die Hanseaten bedrängten die Hausherren früh und kamen ihrerseits durch Rashica (5., 9.) zu ersten Torannäherungen. Eine weitere Offensivaktion führte dann zum Gästetreffer. Yuya Osakos Abschluss im Strafraum prallte an den hoch erhobenen Arm von Josuha Guilavogui, nach Hinzunahme des Videobeweises entschied Schiedsrichter Robert Kampka völlig zu Recht auf Strafstoß - Rashica verwandelte sicher (13.).

Der VfL zeigte sich unbeeindruckt, stürmte weiter munter nach vorne und wäre durch Joao Victor beinahe zum Ausgleich gekommen: Werders Torwart Jiri Pavlenka verhinderte ihn jedoch im Eins-gegen-eins-Duell per Fußabwehr (17.). Es war eine intensive und attraktive Partie, die die Zuschauer in der Wolfsburger Arena zu sehen bekamen. Der VfL wirkte im Spielaufbau etwas unentschlossen, Werder trug seine Offensivaktionen schneller und zielstrebiger vor - der quirlige Rashica hatte den nächsten Abschluss, traf aber nur das Außennetz (29.).

Weghorst trifft, Bittencourt aber auch

Dann offenbarte die Kohfeldt-Elf aber wieder einmal die altbekannte Schwäche bei Standards.

Eine Ecke von Admir Mehmedi köpfte John Anthony Brooks völlig freistehend in Richtung Tor, Weghorst verlängerte ins Netz (36.) - mit seinem 24. Treffer im VfL-Trikot schoss sich der Niederländer damit in die Top Ten der Wolfsburger Bundesliga-Torschützen.

Der Jubel über den Ausgleich währte jedoch nicht lange. Nach einem Foul an Davy Klaassen im Mittelfeld erkannte Schiedsrichter Kampka auf Vorteil für Werder, weil Ludwig Augustinsson an den Ball kam. Der Schwede flankte in die Strafraummitte, wo Bittencourt am Elfmeterpunkt per Kopf zur erneuten Gästeführung traf. Gegenspieler Jerome Roussillon war viel zu weit weg (39.). Und wieder hätten die Bremer ihre gute Offensivleistung beinahe durch schlampiges Verteidigen einer Ecke zunichte gemacht: Guilavoguis wuchtigen Kopfball konnte Pavlenka gerade noch abwehren (44.).

Werder unter Dauerdruck

Auch nach dem Wiederanpfiff blieb es zunächst eine intensive Partie mit Torraumszenen hüben wie drüben. Mit zunehmender Spieldauer verlagerte sich das Geschehen aber mehr und mehr in Werders Hälfte.

Es dauerte jedoch bis zur 62. Minute, ehe der Ball dann tatsächlich im Netz landete. Nach einem Freistoß von Maximilian Arnold kam Jeffrey Bruma völlig frei zum Kopfball und traf zum 2:2 - zum vermeintlichen, denn die Videoschiedsrichter in Köln entschieden auf Abseits. Eine knappe Entscheidung, und Glück für Werder, denn das Abwehrverhalten bei diesem Standard war erneut schwach.

Wolfsburg hielt den Druck weiter hoch. Ein Zweikampf zwischen Theodor Gebre Selassie und Weghorst wurde nicht als elfmeterwürdig geahndet (64.), William schoss aus kurzer Distanz Pavlenka an (69.). Vier Minuten später zielte der Brasilianer aber besser: Von der Strafraumgrenze zirkelte er den Ball ins rechte obere Eck (73.).

Rashica schnürt den Doppelpack

Wer nun eine Bremer Abwehrschlacht erwartete, sah sich getäuscht. Kohfeldt brachte in Josh Sargent und Claudio Pizarro zwei weitere Offensivkräfte. Und tatsächlich gelang den Gästen das dritte Tor: Maximilian Eggestein trieb nach einem Ballverlust von Josip Brekalo am Bremer Strafraum den Ball durchs Mittelfeld, bediente den mitgelaufenen Rashica, der platziert ins lange Ecke zum 3:2 traf (83.). In der Nachspielzeit lenkte Pavlenka einen Kopfball von Weghorst in höchster Not um den Pfosten und sicherte seinem Team so den Sieg (90.+2).

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Dieses Thema im Programm:

Sportclub | 01.12.2019 | 22:50 Uhr