Ein Mitarbeiter eines Testzentrums zeigt einen Abstrich für einen Corona-Test. © dpa-Bildfunk Foto: Tom Weller

Corona-Schnelltests: Das sind die aktuellen Regeln

Stand: 25.08.2022 10:21 Uhr

Corona-Bürgertests sind seit Ende Juni nicht mehr für alle kostenlos. Wer hat Anspruch auf kostenfreie Tests und welche Nachweise sind nötig? Gibt es Änderungen mit dem neuen Infektionsschutzgesetz ab 1. Oktober?

Seit dem 30. Juni gibt es Antigen-Schnelltests auf Staatskosten nur noch für Risiko- und weitere ausgewählte Gruppen. Andere können sich lediglich aus bestimmten Gründen testen lassen und müssen für die sogenannten Bürgertests eine Gebühr zahlen. Ob ein Anspruch auf einen kostenlosen oder bezuschussten Test besteht, müssen Apotheken und andere Teststellen prüfen. Bürgerinnen und Bürger müssen laut der derzeit gültigen Corona-Testverordnung entsprechende Nachweise vorlegen.

Wer hat Anspruch auf einen kostenlosen Schnelltest?

  • Besucher von Pflege- und medizinischen Einrichtungen: Personen, die Menschen in Pflegeeinrichtungen oder Krankenhäusern etc. besuchen wollen, aber auch die Behandelten bzw. die Bewohner selbst
  • Pflegende Angehörige
  • Kinder unter 5 Jahren
  • Schwangere, die sich im ersten Drittel der Schwangerschaft befinden
  • Chronisch Kranke und andere Personen, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen können
  • Studienteilnehmer: Personen, die aktuell an Studien zu Corona-Impfstoffen teilnehmen oder in den vergangen drei Monaten teilgenommen haben
  • Infizierte: Personen, die sich aufgrund einer nachgewiesenen Coronavirus-Infektion in Isolation befinden und sich freitesten lassen wollen
  • Haushaltsangehörige von nachweislich Infizierten
  • Leistungsberechtigte, die im Rahmen eines Persönlichen Budgets nach dem § 29 SGB IX Personen beschäftigen, sowie Personen, die bei Leistungsberechtigten im Rahmen eines Persönlichen Budgets beschäftigt sind

Wer kann sich für drei Euro testen lassen?

Auch für Bürgertests mit einer Eigenbeteiligung von drei Euro ist es notwendig, den Anspruch nachzuweisen. Wer sich testen lassen möchte, muss ein Formular ausfüllen, mit dem er bestätigt, dass beispielsweise ein Familien- oder Konzertbesuch ansteht. Zusätzlich kann man eine Eintrittskarte für eine Veranstaltung vorlegen. In folgenden Fällen darf man sich für drei Euro testen lassen:

  • Besuch einer Freizeitveranstaltung: Personen, die am selben Tag eine Veranstaltung in einem Innenraum besuchen werden
  • Besuch besonders gefährdeter Menschen: Personen, die am gleichen Tag Kontakt zu einer Person über 60 Jahren haben werden oder eine Person mit Vorerkrankungen besuchen
  • Rote Meldung in Corona-Warn-App: Personen, die durch die Corona-Warn-App eine Warnung mit der Statusanzeige erhöhtes Risiko haben

Welche Nachweise muss man für kostenlose Tests vorlegen?

Wer eine kostenlose Testung in Anspruch nehmen möchte, muss sich ausweisen und einen Nachweis erbringen: Bei Kleinkindern ist das die Geburtsurkunde oder der Kinderreisepass, bei Schwangeren der Mutterpass. Wer aus medizinischen Gründen nicht geimpft werden kann, muss darüber ein ärztliches Zeugnis im Original vorlegen. Teilnehmende an Impfwirksamkeitsstudien können sich von den Verantwortlichen der Studien einen Teilnahme-Nachweis ausstellen lassen und diesen vorlegen. Wer sich freitesten will, legt den PCR-Test vor, Gleiches gilt für Haushaltsangehörige von Infizierten, die zudem einen Nachweis für die übereinstimmende Wohnanschrift benötigen.

Bei Besuchen in Pflegeheimen oder Krankenhäusern kann ein kostenloser Test vor Ort gemacht werden oder der Besuch wird der Teststelle gegenüber glaubhaft gemacht (Muster-Formular als PDF). Pflegende Angehörige müssen glaubhaft machen, dass sie einen pflegebedürftigen Angehörigen pflegen.

Weitere Fragen zu der aktuellen Testverordnung und den Bürgertests beantwortet das Bundesgesundheitsministerium auf einer eigenen FAQ-Seite.

Gibt es Änderungen ab 1. Oktober?

Bislang sind im neuen Infektionsschutzgesetz, das zum 1. Oktober 2022 in Kraft tritt, keine Änderungen bei der Corona-Testverordnung vorgesehen. Es bietet aber den Bundesländern die Möglichkeit, je nach aktueller Lage wieder verpflichtende Tests an Schulen oder in Kitas anzuordnen. Außerdem soll neben einer Masken- auch ein Testpflicht für Besucher und Personal in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen gelten. Gegebenenfalls dürfen dabei Ausnahmen für frisch Geimpfte sowie Genesene gemacht werden.

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Dieses Thema im Programm:

NDR Info | Aktuell | 24.08.2022 | 20:19 Uhr

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