Stand: 21.09.2020 09:13 Uhr

Tafeltrauben: Leckeres Obst zum Naschen und Verfeinern

von Emely Riemer
Blaue und helle Weintrauben vor hellem Hintergrund © colorbox
Trauben gibt es hell und dunkel, mit und ohne Kerne.

Weinstöcke gehören zu den ältesten Kulturpflanzen weltweit. Die weitaus meisten Früchte der bis zu 10.000 Rebsorten gehören zu den sogenannten Keltertrauben und werden zu alkoholischen Weinen verarbeitet. Umgangssprachlich steht Weintraube meist für Tafeltrauben, die als beliebtes Obst in den Handel kommen. Tafeltrauben haben größere Beeren und dünnere Schalen als Keltertrauben.

VIDEO: Tafeltrauben: Wie ist die Qualität? (7 Min)

Trauben mit Kern oder ohne?

Die Rebsorten unterscheiden sich zunächst in der Farbe: Tafeltrauben können dunkelblau sein, rötlich, gelblich oder hellgrün. Das Fruchtfleisch der dunklen Sorten schmeckt süßer und aromatischer, helle enthalten mehr Säure und haben eine ausgeprägtere Muskat-Note. Die Farbe steckt fast immer nur in der Schale, das Innere der Früchte ist meist hell. Wissenschaftler gehen davon aus, dass es ursprünglich nur dunkle Sorten gab und die hellen auf eine frühe genetische Mutation zurückgehen.

Kerne enthalten wertvolle Inhaltsstoffe

Von Natur aus haben alle Traubensorten Kerne. Durch Züchtung gelang es, kernlose Früchte zu gewinnen. Viele Verbraucher bevorzugen helle Traubensorten ohne Kerne. Weit verbreitet sind zum Beispiel die Sorten Regal Seedless, Thompson Seedless und Seedless Sugaro. Ernährungsexperten raten zu Sorten mit Kernen wie Regina oder Italia, denn sie enthalten wertvolle Inhaltsstoffe. Beim Verzehr sollte man die Kerne zerbeißen, damit der Körper diese Stoffe verwerten kann und die Kerne nicht unverdaut wieder ausscheidet.

Ohne Kerne weniger Wachstum

Neben der Vermehrung der Pflanze haben die Kerne noch eine weitere wichtige Funktion: Sie geben Hormone ab, die das Wachstum anregen. Deshalb sind kernlose Trauben entweder kleiner oder es wird nachgeholfen. Die fehlenden Hormone, sogenannte Gibberelline, werden dann auf die Trauben gesprüht.

Woher kommen die Trauben?

Blaue Weintrauben hängen an einem Reebstock. © colorbox
Im europäischen Raum haben Tafeltrauben im Spätsommer und Herbst Saison.

In den späten Sommer- und frühen Herbstmonaten haben Tafeltrauben in Europa Saison. Sie wachsen im Mittelmeerraum, vielfach in Italien und Griechenland. Die Ernte beginnt Ende Juli und dauert bis in den November. In Supermärkten gibt es allerdings das ganze Jahr über Tafeltrauben: Ab Oktober beginnt die Saison auf der Südhalbkugel und die Trauben kommen beispielsweise aus Brasilien, Namibia, Südafrika oder Chile. Der längere Transportweg beeinflusst dabei den ökologischen Fußabdruck der Trauben. Allerdings werden sie meist mit dem Schiff transportiert, sodass die Auswirkungen auf das Klima geringer sind als bei sogenanntem Flugobst.

Tafeltrauben: Bio oder konventionell?

Eine größere Rolle spielt bei den Trauben der Anbau: biologisch oder konventionell? Als Traubendolde bieten die Früchte eine große Angriffsfläche für Schädlinge. Gerade Pilze können sich gut ausbreiten, wenn das Wetter feucht ist, sich die Feuchtigkeit zwischen den einzelnen Trauben hält und nicht abtrocknen kann. Deshalb werden beim konventionellen Anbau von Trauben häufig viele Pflanzenschutzmittel eingesetzt. Die lassen sich auf und in der fertigen Beere nachweisen. Damit es nicht zu gesundheitlichen Risiken für Verbraucherinnen und Verbraucher kommt, gibt es für jedes Pflanzenschutzmittel einen Höchstgehalt, der auf und in den Trauben zurückbleiben darf. Wie hoch dieser Gehalt ist, wird regelmäßig kontrolliert und die Zahlen jährlich vom Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit veröffentlicht. Das Niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) nahm im vergangenen Jahr 115 Proben. In 106 konnten Rückstände von Pestiziden nachgewiesen werden. Über dem gesetzlichen Maximalwert lag aber keine der Proben.

Tipps für den Trauben-Einkauf - Duftfilm ist Frische-Merkmal

Beim Kauf sollte auf Frische geachtet werden: Die Trauben sollten knackig und fest wirken und nicht zu weich sein. Auch die Stilansätze und der Strunk sollten noch grün und frisch sein. Bei längerem Lagern können die Stängel braun und holzig werden, am Stielansatz der Beeren kann sich rasch Fäulnis bilden. Ein weißer Schleier auf vielen Trauben wird als Duftfilm bezeichnet, ist ein Frische-Merkmal und schützt die Früchte vor Austrocknung. Da Weintrauben nicht nachreifen, nur wohlschmeckende Früchte kaufen. Im Kühlschrank bleiben sie etwa eine Woche frisch. Vor dem Essen sollten die Trauben gründlich gewaschen werden.

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Frisch oder gekocht genießen

Am besten schmecken frische Weintrauben roh als Naschobst, in Fruchtsalaten oder Müsli. Beliebt sind sie auch als Snack in Kombination mit herzhaften Speisen wie Käse oder zur Dekoration auf kalten Platten. Gekocht geben Trauben geschmortem Geflügel, Sauerkraut oder Gemüse eine süßliche Note.

Rosinen und Co.

Getrocknete Weinbeeren kommen als Rosinen, Sultaninen oder Korinthen in den Handel. Rosinen ist der Oberbegriff für die süßen, getrockneten Früchte. Sultaninen stammen von der kernlosen Rebsorte Sultana und schmecken besonders süß. Aus der Rebsorte Korinthiaki werden die dunklen Korinthen gewonnen.

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Dieses Thema im Programm:

Markt | 21.09.2020 | 20:15 Uhr

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