Stand: 07.09.2018 17:19 Uhr

Sauerstoffarme Zone in der Ostsee wächst

Den Weltmeeren geht die Luft aus. In den vergangenen 50 Jahren haben die Ozeane global zwei Prozent Sauerstoff verloren. Die sauerstoffarmen Zonen breiten sich aus - auch in der Ostsee. Die größte sogenannte Todeszone zieht sich von Fehmarn bis nach St. Petersburg, so die Experten. Das haben Untersuchungen von Wissenschaftlern der Kieler Christians-Albrecht-Universität und des Geomar Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung ergeben. Insgesamt ist die Wassermenge in offenen Ozeanen, in der jeglicher Sauerstoff fehlt, um mehr als das Vierfache gewachsen.

Experte: Überdüngung großes Problem

"Gerade für sehr produktive und für die Welternährung wichtige Gebiete an der Meeresoberfläche vor Peru und vor Westafrika ist der Nachschub von Nährstoffen und Sauerstoff von essentieller Bedeutung", sagte Professor Andreas Oschlies von Geomar. Durch den Klimawandel werde dies zunehmend schwieriger. Sauerstoffarme Zonen breiten sich aus, Nährstoffkreisläufe und Lebensbedingungen verändern sich, mit womöglich weiträumigen Auswirkungen auf den Zustand des Ozeans, sagte Oschlies. Eins der größten Probleme, gerade in Küstennnähe, sei die Überdüngung in der Landwirtschaft. Dadurch würden die Algen wachen. Beim Verfaulen entziehen sie dem Wasser dann den Sauerstoff. Auch der Ausstoß von Kohlendioxid sei ein großes Problem, so die Experten.

Über die Abnahme des Sauerstoffs im Ozean und die Ursachen und Konsequenzen dieser Entwicklung hatten 300 Meeresforscher aus 33 Ländern in den vergangenen Tagen in Kiel beraten. Sie verabschiedeten eine Erklärung. In der mahnten sie deutlich mehr Anstrengungen im Meeres- und Klimaschutz an.

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Dieses Thema im Programm:

Schleswig-Holstein Magazin | 07.09.2018 | 19:30 Uhr

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