Stand: 22.05.2019 06:36 Uhr

Kaum zu löschen: Wenn E-Autos Feuer fangen

Immer häufiger sind E-Autos auf den Straßen im Land unterwegs. Doch die neuen Autos bergen insbesondere bei Unfällen neue Gefahren. Für die Feuerwehr bedeutet das in einem solchen Fall: Gefahrguteinsatz. Denn die sogenannten Hochvoltsysteme erzeugen Spannungen von mehreren hundert bis tausend Volt. Diese werden von Batteriezellen durch Kabel zum Motor geleitet. Gerät ein E-Auto bei einem Unfall in Brand, kann dieser zwar zunächst gelöscht werden, doch die Akkus im Auto entzünden sich häufig immer wieder. Erst vor zwei Wochen brannte ein E-Auto auf dem Rastplatz Moorkaten (Kreis Segeberg) an der A7.

Container für die Löscharbeiten

Mit Schaum und Wasser konnte der Brand damals schnell gelöscht werden. Doch die Wärmebildkamera zeigte, dass die Akkus nicht abkühlten. Die Feuerwehr forderte schließlich einen Kran und einen Container an. Nachdem dieser mit Wasser geflutet wurde, konnte der Wagen eingetaucht werden. So kühlten die Akkus schließlich ab. Für Claas-Hendrik Heß, stellvertretender Wehrführer von der Freiwilligen Feuerwehr Kaltenkirchen, sind solche Einsätze eine Herausforderung. Es gebe kein einheitliches Löschverfahren. "Die Entwicklung in diesem Bereich ist unwahrscheinlich schnell. Es ist oftmals vom Modell abhängig, welche Methode zum Löschen am besten geeignet ist. Das ist ein riesiger Aufwand, sich dort immer entsprechend auf dem Stand zu halten", sagte Heß.

Neue Lehrgänge für E-Autos

Mehr als ein Viertel der gut 400 Einsätze der Freiwilligen Feuerwehr Kaltenkirchen pro Jahr sind Verkehrsunfälle - dabei sind E-Autos noch vergleichsweise selten involviert. Die Feuerwehr geht davon aus, dass sich das ändern wird. Um der neuen Gefahr besser begegnen zu können, bietet die Landesfeuerwehrschule jetzt auch Lehrgänge an, bei denen Einsätze mit E-Autos im Mittelpunkt stehen.

Hamburg: Autos werden geflutet

Auch In Hamburg musste die Feuerwehr bereits mehrfach Feuer in E-Wagen löschen. Dabei schieben die Einsatzkräfte den Wasserschlauch in das Auto und fluten es, erklärte Feuerwehrsprecher Martin Schneider. Auch in der Hansestadt gebe es aber Überlegungen, brennende E-Autos in Wasser-Bassins zu setzen. Der ADAC rät allen Autofahrern, bei Rauchentwicklung oder ungewohnten Gerüchen, sofort auszusteigen - es könnten giftige Gase entstehen.

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Dieses Thema im Programm:

Schleswig-Holstein Magazin | 21.05.2019 | 19:30 Uhr

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