Stand: 26.04.2018 00:00 Uhr  | Archiv

Arved Fuchs: Der Herr im ewigen Eis ist 65 geworden

von Nicola Millies

Traumberuf Polarforscher! Als seine Klassenkameraden noch Feuerwehrmann oder Lokführer werden wollen, ist Arved Fuchs bereits dem Eis erlegen. Um für die lauernden Abenteuer gut gerüstet zu sein, absolviert der am 26. April 1953 in Bad Bramstedt geborene Sohn eines Internisten eine Ausbildung bei der Handelsmarine und studiert anschließend Schiffsbetriebstechnik. Doch für ihn ist das offensichtlich zu viel Theorie, zu wenig Praxis - nach einer Zwischenprüfung bricht Arved Fuchs das Studium ab und fährt für zwei Jahre beruflich zur See.

VIDEO: Arved Fuchs: Zu Fuß ins ewige Eis (7 Min)

Die Arktis - eiskalte Leidenschaft

Ins erste Abenteuer stürzt sich Arved Fuchs 1977. Mit einem Kanu geht es nach Labrador, Kanada. Bereits ein Jahr später geht es auf eine Expedition nach Borneo. 1980 führt es Arved Fuchs das erste Mal in die Arktis - der Beginn einer "eiskalten" Beziehung. Den menschlichen Grenzen trotzend begibt er sich jetzt jährlich auf Reisen: Er überquert den Atlantik in einem Segelboot (1981), schlägt sich sechs Wochen auf einer einsamen Insel im Pazifik durch (1982), durchquert Grönland mit einem Hundeschlitten (1983), umrundet als erster im Winter mit einem Faltboot Kap Hoorn (1984) und macht noch eine Expedition zum magnetischen Pol (1985). Nach weiteren Touren erlangt Arved Fuchs international große Aufmerksamkeit, als er 1989 zusammen mit insgesamt acht Abenteurern von Nord-Kanada zu Fuß zum Nordpol läuft. 60 Tage, mehr als 1.000 Kilometer durch klirrende Kälte und treibendes Packeis.

Zu Fuß zum Nord- und Südpol

Reinhold Messner (links) und Arved Fuchs auf einer Pressekonferenz 1990. © dpa / picture alliance Foto: Frank Kleefeldt
Mit Reinhold Messner (l.) legt Arved Fuchs 2.800 Kilometer bei der Durchwanderung der Arktis zurück.

Im Spätherbst 1989 bricht der Abenteurer mit dem Extrem-Alpinisten Reinhold Messner zu einer Durchwanderung der Antarktis auf. Bei minus 20 bis minus 30 Grad legen die beiden mehr als 2.800 Kilometer in 92 Tage aus eigener Kraft und ohne Motorenhilfe zurück. Auf dieser Strecke erreichen sie auch den Südpol - Arved Fuchs ist nun der erste Mensch, der innerhalb eines Jahres beide Pole auf dem Fußweg erreicht. Die immensen Kosten seiner Reisen kann er nur mittels Sponsoren decken. Es geht ihm bei seinen Reisen aber nicht nur um das Abenteuer, sondern auch darum, die Weltöffentlichkeit auf den Klimawandel aufmerksam zu machen.

Sein Herz hat er an zwei "Frauen" verloren

Zwei "Frauen" begleiten Arved Fuchs seit vielen Jahren. Eine davon ist Brigitte Ellerbrock, seine langjährige Partnerin, die ihn auch auf mancher Reise begleitet. Wenn sie nicht mit an Bord ist, versuchen die beiden täglich per Satellitentelefon miteinander zu sprechen. 2003 geben sie sich kurz vor Fuchs' 50. Geburtstag auf Sylt das Jawort. Die Architektin ist kein bisschen eifersüchtig auf die zweite Lady im Leben des Polarforschers: "Dagmar Aaen", ein über 80 Jahre alter Haikutter, ist seit 1988 im Besitz des Extrem-Reisenden. Schritt für Schritt restauriert er den Einmaster und startet 1991 zu seiner ersten Reise. Fünf Jahre - mit Unterbrechungen - ist Arved Fuchs unterwegs in beide Polarregionen. Mehr als 50.000 Seemeilen legt er in dieser Zeit mit seiner zwölfköpfigen Crew zurück. "Der Kutter ist für mich eine gute, alte Freundin, die mich schon sicher durch viele Stürme gebracht hat", sagt Fuchs.

Dieses Thema im Programm:

Schleswig-Holstein Magazin | 26.11.2017 | 19:30 Uhr

Nachrichten aus Schleswig-Holstein

Daniel Günther spricht mit Pressevertretern. © NDR

Kommentar: Corona-Sonderweg von SH ist folgerichtig

Ministerpräsident Günther weicht von den bundesweiten Corona-Regeln zum Teil ab. Das findet Anna Grusnick schlüssig. mehr

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) bei den Corona-Beratungen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). © dpa Foto: Axel Heimken

Neue Corona-Regeln: Schleswig-Holstein geht Sonderweg

Die Bundeskanzlerin und die Länderchefs haben sich auf zusätzliche Einschränkungen in der Corona-Pandemie geeinigt. Schleswig-Holstein geht aber nicht bei allen Maßnahmen mit. mehr

Ein Schild mit der Aufschrift "Hospiz" hängt am Eingang zum Hospiz. © dpa-Bildfunk Foto: Felix Kästle/dpa

Spendenbereitschaft: Viel Geld für Tafeln, wenig für Hospize

Die Spendenbereitschaft der Deutschen ist dieses Jahr trotz der Corona-Pandemie gestiegen. Doch besonders Hospizen fehlt Geld. mehr

Jubel bei Niclas Ekberg (l.) vom THW Kiel © picture-alliance/dpa Foto: Axel Heimken

Handball-Champions-League: THW Kiel heute in Barcelona gefordert

Die Auswärts-Bilanz des THW Kiel in der Champions League ist bislang makellos - in Barcelona gelang aber zuletzt 2009 ein Sieg. mehr

Videos