Eine Hand legt eine Spritze in eine Schale. © dpa-Bildfunk Foto: Moritz Frankenberg

Panne in Osnabrück: Kochsalzlösung statt Biontech verimpft

Stand: 29.10.2021 15:51 Uhr

Bei einer Corona-Impfaktion eines mobilen Teams in Osnabrück ist es zu einer Panne gekommen. Anstelle des Vakzins von Biontech wurde sechs Menschen nur Kochsalzlösung injiziert, teilte die Stadt mit.

Es handele sich um ein Versehen ohne gravierende Folgen, sagte ein Sprecher am Freitag. Für die Betroffenen bestehe keine gesundheitliche Gefahr, hieß es. Es habe sich um Auffrischungsimpfungen gehalten - alle Betroffenen seien bereits doppelt gegen Corona geimpft. Die Panne erfolgte den Angaben zufolge bereits am Dienstag bei Impfaktionen in zwei Senioren-Einrichtungen in Osnabrück.

Ein Biontech-Fläschchen bleibt übrig

Bei Besuchen in einer Tagespflege und einer Einrichtung für betreutes Wohnen sollten den Angaben zufolge 42 Menschen geimpft werden. Bei einer anschließenden Kontrolle habe das mobile Impfteam festgestellt, dass mehr Impfstoff übrig war, als nach der Impfung von 42 Personen hätte übrig sein dürfen. Konkret sei ein komplettes Biontech-Fläschchen nicht angebrochen gewesen. Dies entspricht sechs Impfungen.

Fehler beim Auffüllen der Fläschchen vermutet

Die Stadt geht davon, dass beim vorherigen Auffüllen der Fläschchen mit Kochsalzlösung ein Fehler gemacht wurde. Demnach sei bei dem üblichen Vorgang "versehentlich" ein Fläschchen aufgefüllt worden, das bereits benutzt worden war und dementsprechend gar keinen Impfstoff mehr erhielt. "Sechs Personen wurde also lediglich die Kochsalzlösung geimpft", teilte die Stadt mit.

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6 aus 42

Wer die sechs Betroffenen sind, ist nicht bekannt. Die Stadt will deshalb, dass sich alle 42 Menschen, die am Dienstag in beiden Einrichtungen geimpft wurden, in zwei Wochen einem Antikörpertest unterziehen. Wer dann nicht über den Immunschutz verfüge, soll unverzüglich eine Auffrischungsimpfung erhalten, hieß es.

Krisenstabsleiterin: Kontrolle hat funktioniert

Katharina Pötter, Leiterin des Corona-Krisenstabs in Osnabrück, lobte die Aufarbeitung der Impfpanne. Es sei nie gänzlich auszuschließen, dass Versehen passieren. Wichtig sei, dass dann Kontrollmechanismen greifen. Und dies sei in diesem Fall erfolgt, sagte Pötter.

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