Stand: 29.09.2018 14:32 Uhr

Moorbrand: Ab Montag dürfen Helfer nach Hause

Die Löscharbeiten am Moorbrand bei Meppen dauern weiter an. Die Lage aber ist stabil, wie die Bundeswehr am Sonnabend mitteilte. Während sie zuletzt noch 1.080 Einsatzkräfte vor Ort meldete, sind es mittlerweile 30 weniger. Doch ab Montag sollen die zivilen Helfer von Angehörigen der Armee abgelöst werden. Sprich: Der tagelange Einsatz für Feuerwehr und Technischem Hilfswerks (THW) geht seinem Ende entgegen. Damit zieht der Großteil der jetzigen Einsatzkräfte ab, denn momentan sind nur 330 Soldaten im Löscheinsatz. In welcher Größenordnung die Bundeswehr dann zusätzliche eigene Kräfte hinzuzieht, ist derzeit noch offen. Das Feuer war am 3. September bei einem Raketentest auf dem Gelände ausgebrochen.

Ein Feuerwehrwagen mit Löschstrahl auf einem Feld.

Moorbrand: Katastrophenfall aufgehoben

Hallo Niedersachsen -

Ein Ende des Moorbrandes ist weiterhin nicht absehbar, aber die Lage hat sich entspannt. Bilder von Wärmebildkameras helfen, die Brandherde gezielter zu bekämpfen.

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Schadensbüro ab kommender Woche geöffnet

Weiterhin hat die Bundeswehr angekündigt, wegen des Moorbrandes ab kommender Woche ein sogenanntes Schadensbüro einzurichten. Von montags bis freitags können telefonisch oder per Mail Schäden gemeldet werden - beispielsweise wenn es durch Löschfahrzeuge zu Schäden an Fahrzeugen oder Grundstücken gekommen ist. Betroffene können auch zu einem Büro kommen, das vor der Wehrtechnischen Dienststelle in Meppen öffnen soll, sagte ein Bundeswehrsprecher. Die Hilfe soll unbürokratisch sein, Dokumente zum Schaden müssten nicht vorgelegt werden.

Moorbrand bei Meppen: Mammutaufgabe für Helfer

Katastrophenfall aufgehoben

Die Lage am Moor hat sich derweil ein wenig entspannt. Der Landrat des Landkreises hatte am Donnerstag nach knapp einer Woche den Katastrophenfall für die Region aufgehoben. "Mit Blick auf das aktuelle Brandgeschehen und den Löscheinsatz auf dem Gelände der Bundeswehr können wir derzeit ein Evakuierungsszenario für unsere emsländischen Gemeinden ausschließen", sagte Reinhard Winter (CDU). Er hatte den Katastrophenfall am vergangenen Freitag ausgerufen. Anfang September war nach Schießübungen ein Feuer im Moor bei Meppen ausgebrochen.

Immer weniger Glutnester

Die tagelangen Löscharbeiten haben Wirkung gezeigt - die nasse Witterung der jüngsten Tage kam den Einsatzkräften zusätzlich zugute. Wärmebildaufnahmen der Bundeswehr zeigen immer weniger Glutnester im Osten der betroffenen Fläche. Bohrtrupps haben gemessen, dass der Brand an den Einsatzstellen nur rund 20 Zentimeter in den Torfboden vorgedrungen ist. An bereits gelöschten Stellen seien keine erneuten Brände entstanden, sagte der Referatsleiter im Innenministerium, Alexander Götz, dem Innenausschuss des Landtags. Am kommenden Dienstag sollen erneut Tornados der Bundeswehr zu Aufklärungsflügen starten.

Messwerte veröffentlicht - Kritik der Grünen

Unterdessen hat der Landkreis die Daten aus den Luftmessungen veröffentlicht. Nach Angaben des niedersächsischen Innenministeriums habe in keinem Fall eine Überschreitung der Grenzwerte vorgelegen. Kritik an den Messungen kam von den Grünen. "Ich bin entsetzt", sagte der stellvertretende Fraktionsvorsitzende, Christian Meyer. "Es gab eine riesige Rauchentwicklung und man hat die ersten zwei Wochen überhaupt nicht gemessen." Unter anderem werden bei einem Moorbrand CO2 und Stickstoffdioxid freigesetzt.

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Das Moor brennt zunächst nur an der Oberfläche, dann dringt der Brand in tiefere Torfschichten ein und schwelt dort weiter, manchmal wochenlang. Löschen ist hier kaum möglich. Video (00:18 min)

Ermittlungen könnten Monate dauern

Der Brand könnte strafrechtliche Konsequenzen für Verantwortliche haben. Die Staatsanwaltschaft ermittelt seit vergangener Woche wegen des Verdachts auf vorsätzliche Brandstiftung. Am vergangenen Freitag durchsuchten Polizei und Staatsanwaltschaft die Wehrtechnische Dienststelle (WTD) 91. Dabei stellten sie Datenträger, Protokolle und weitere Unterlagen sicher. Weil es sich um gravierende Vorwürfe handele, "wollen wir das in Ruhe ausermitteln", sagt Oberstaatsanwalt Alexander Retemeyer am Mittwoch NDR.de. Er geht von mehreren Wochen oder sogar Monaten aus, bis genauere Erkenntnisse vorliegen.

 

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Dieses Thema im Programm:

Hallo Niedersachsen | 28.09.2018 | 19:30 Uhr

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