Stand: 17.08.2020 19:40 Uhr  - NDR 1 Niedersachsen

Lkw rammt Roller: Unfall oder versuchter Totschlag?

Der Eingang des Landgerichts Osnabrück. © NDR Foto: Stephanie Noack
Bis Anfang September sind am Landgericht Osnabrück drei weitere Prozesstage angesetzt (Themenbild).

Wegen des Vorwurfs des versuchten Totschlags müssen sich seit Montag zwei Brüder vor dem Landgericht Osnabrück verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft den beiden Männern im Alter von 33 und 36 Jahren vor, im September vergangenen Jahres auf einer Landstraße zwischen Osnabrück und Melle mit einem Lastwagen den Fahrer eines Motorrollers zu Fall gebracht zu haben. Bei der Kollision zog sich das Opfer mehrere schwere Brüche an seinen Füßen und Beinen zu. Der Mann musste mehrere Wochen im Krankenhaus behandelt werden.

Unfall oder Racheaktion für Gewalt gegen Ex-Frau?

Hintergrund sind offenbar persönliche Spannungen zwischen den Brüdern und dem Opfer: Laut Staatsanwalt war der Mann mit der Ex-Frau von einem der Brüder liiert. Der frühere Partner habe zuvor gerüchteweise gehört, dass der Mann seiner Ex-Frau Gewalt angetan haben soll, sagte der Staatsanwalt. Beide hätten daraufhin beschlossen, den Mann anzufahren und es wie einen Unfall aussehen zu lassen, so die Anklage. Körperverletzung sei die volle Absicht der Brüder gewesen, sie hätten auch tödliche Verletzungen in Kauf genommen.

Bis zu 15 Jahre Haft möglich

Die Verteidigung verwies darauf, dass es sich um einen tatsächlichen Unfall gehandelt habe. Das Opfer habe die Kontrolle über den Motorroller verloren, sagte der Anwalt der Angeklagten NDR 1 Niedersachsen. Bei einer Verurteilung wegen versuchten Totschlags sind bis zu 15 Jahre Haft möglich. Bis Anfang September sind drei weitere Sitzungstermine geplant.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 17.08.2020 | 11:00 Uhr

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