Ein Mutter sitzt bei einer Gerichtsverhandlung neben ihrem Anwalt in Osnabrück. © NDR Foto: Maybrit Nolte

Lehrerin mit Limonade übergossen: Mutter von Schüler verurteilt

Stand: 17.06.2024 15:30 Uhr

Das Amtsgericht Osnabrück hat am Montag eine 31-Jährige zu acht Monaten Haftstrafe auf Bewährung verurteilt. Laut Gericht hatte sie ein Kind geschlagen und eine Lehrerin ihres Sohnes mit Limonade übergossen.

Dem Gericht zufolge ereignete sich der Angriff auf die Lehrerin vor der ganzen Klasse des Zwölfjährigen. Da der Vorfall für die Lehrerin besonders demütigend gewesen sei, sprach der Richter die 31-Jährige am Montag wegen Beleidigung schuldig. Wenige Wochen zuvor hatte die Frau demnach einen fremden Jungen auf einem Sportplatz geschlagen und sich anderen Kindern gegenüber ausländerfeindlich geäußert. Daher flossen den Angaben zufolge auch Körperverletzung, Nötigung, Bedrohung und Volksverhetzung in das Urteil ein. Die 31-Jährige muss außerdem 100 Stunden gemeinnützige Arbeit verrichten. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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Richter: "Angriff auf Lehrpersonal wird nicht toleriert"

Wie das Amtsgericht mitteilte, hatte die Lehrerin im Herbst 2023 den Siebtklässler aus dem Unterricht geworfen. Der Junge sei unruhig gewesen, habe die anderen gestört und Limonade getrunken, sagte die Lehrerin vor Gericht. Weil in der Schule keine zuckerhaltigen Getränke erlaubt seien, habe sie ihm das Getränk weggenommen und den Schüler zur Einzelarbeit auf den Flur geschickt. Der Zwölfjährige kontaktierte den Angaben zufolge seine Mutter, die sofort zur Schule fuhr und den Flascheninhalt über Kopf, Körper und Pult der Lehrerin kippte. "Ein Angriff auf Lehrpersonal wird nicht toleriert", sagte der Richter bei der Urteilsverkündung am Montag. Die 31-Jährige hätte erst das Gespräch mit der Lehrerin suchen müssen.

Kinder geschlagen und rassistisch beleidigt

Zwei Wochen zuvor hatte die Frau nach Angaben des Gerichts einem Zwölfjährigen auf einem Fußballplatz ins Gesicht geschlagen. Dabei fiel die Brille des Kindes zu Boden. Anschließend trat die 31-Jährige das Glas aus der Fassung. Auch anwesende Kinder beleidigte sie mit Sätzen wie "Scheiß Ausländer, ihr werdet sehen, was wir mit eurem Land tun". Das sei ein klar rassistischer Ausruf gewesen, den sie einem Kind und dessen Freunden an den Kopf geworfen habe, stellte der Richter am Montag vor Gericht fest.

31-Jährige wegen Persönlichkeitsstörung vermindert schuldfähig

Die 31-Jährige entschuldigte sich vor Gericht zwar bei der Lehrerin, sagte aber auch, dass diese es verdient habe. Laut des Richters war die 31-Jährigen zum Tatzeitpunkt aufgrund einer psychischen Erkrankung vermindert schuldfähig. Demnach hat die Frau eine Persönlichkeitsstörung, die eigentlich mit Medikamenten behandelt wird. Die 31-Jährige habe diese zum Zeitpunkt der Vorfälle jedoch nicht genommen, weil sie schwanger war, hieß es. Nach Angaben des Gerichts ist die Frau in der Vergangenheit bereits sieben Mal wegen ähnlicher Fälle in Nordrhein-Westfalen zu Geldstrafen verurteilt worden. Dort lebt die Mutter im Kreis Steinfurt. Eine Geldstrafe reiche daher nicht mehr aus, begründete der Richter die Freiheitsstrafe.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Osnabrück | 17.06.2024 | 15:00 Uhr

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