Fleisch in der Frischetheke. © picture alliance / dpa-Zentralbild_ZB Foto: Bodo Schackow

Immer mehr Mäster geben wegen sinkender Schweinepreise auf

Stand: 05.08.2021 14:54 Uhr

1,37 Euro bekommen Niedersachsens Landwirte derzeit pro Kilogramm Schlachtfleisch. Für viele Mäster ist das zu wenig zum Überleben. Im vergangenen Jahr haben rund zehn Prozent von ihnen aufgegeben.

Im Moment verlieren Schweinehalterinnen und -halter 30 Euro bei jedem Schwein, wie Marktexperte Mathias Quaing von der Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands in Damme (Landkreis Vechta) sagt. Die Gründe dafür seien vielfältig. So seien die Futterkosten um 30 Prozent gestiegen. Zudem versperre die Afrikanische Schweinepest im Osten des Landes deutschen Mastbetrieben die asiatischen Märkte und es gebe in Europa ein Überangebot an Schweinefleisch.

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Schlachthöfe schlagen Personalkosten drauf

Hinzu kommt Quaing zufolge die Situation der Schlachthöfe. Diese hätten mit dem Wegfall der Werkverträge einen Personalumbau hinter sich. Die Mehrkosten für festangestellte Schlachterinnen und Schlachter und die Ausgaben für die regelmäßigen Corona-Tests für die Belegschaft würden auf die Landwirte abgewälzt. "Die Mehrkosten, die die Schlachtbetriebe aktuell haben, werden meiner Meinung nach eins zu eins weitergegeben in der Kette, also an die Schweinehalter", sagte Quaing NDR Niedersachsen. "Wir sind der Meinung, dass das auf den Schweinepreis aufgeschlagen werden muss - dass die Gesellschaft das tragen muss und nicht der Schweinehalter."

Marktexperte rechnet mit weiteren Betriebsaufgaben

Quaings Prognose für die Zukunft seiner Branche ist düster. Er geht davon aus, dass auch in diesem Jahr weitere zehn Prozent der Schweinehalterinnen und -halter in Deutschland aufgeben werden.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Osnabrück | 05.08.2021 | 15:00 Uhr

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