Stand: 01.08.2018 22:00 Uhr

Hitze: Fischsterben in Greetsiel und an der Vechte

An mehreren Gewässern in Niedersachsen wurde in den vergangenen Tagen ein massives Fischsterben beobachtet. In ostfriesischen Fischerdorf Greetsiel (Landkreis Aurich) sind am Dienstag Hunderte tote Brassen im Hafenwasser entdeckt worden. Hunderte Kilometer weiter im Binnenland haben Sportfischer und Feuerwehr mehr als eine Tonne toter Fische, darunter Karpfen, Zander und Brassen, aus der Vechte zwischen Neuenhaus und Nordhorn (Landkreis Grafschaft Bentheim) gezogen.

Helfen setzen Brassen in andere Gewässer um

Der Anglerverband Niedersachsen hatte bereits vorige Woche vor Fischsterben zwischen Nordsee und Harz wegen der Hitze gewarnt. In Greetsiel hat sich dies nun bestätigt: Zwar gilt primär ein zu hoher Salzgehalt als Grund für das Sterben der Brassen - allerdings ist dieser nach Angaben der Gemeinde und des Bezirksfischerverbandes in Folge des Klimas angestiegen. Denn aufgrund der geringen Niederschläge und der Hitze der vergangenen Tage fließe kein Süßwasser aus dem Binnenland in den Hafen, gleichzeitig aber brächten Schleusungen von Fischkuttern Salzwasser hinein. Helfer hatten daher am Dienstag fünf Tonnen noch lebende Brassen mit Keschern gefangen und in benachbarte Gewässer umgesetzt.

Zweifel an Sauerstoffmangel-Theorie an der Vechte

Unklarer erscheint die Situation an der Vechte: Der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) hat dort nach dem Fischsterben sechs Proben entnommen. Sauerstoffmangel, der infolge erhöhter Wassertemperatur auftritt, wurde allerdings nur in zwei Proben nachgewiesen. Dass ein geringer Sauerstoffgehalt allein für das massive Fischsterben verantwortlichen ist, wird beim örtlichen Fischereiverein angezweifelt. Holger Niers vom Sportfischerverein Nordhorn verwies gegenüber NDR 1 Niedersachsen darauf, dass das Fischsterben örtlich begrenzt gewesen sei. "Wenn es wirklich Sauerstoffsamut wäre, müsste es sich über den gesamten Fluss oder wenigstens einige Kilometer weiter hinziehen", sagte Niers. Ungewöhnlich sei auch, dass es viele Arten nahezu gleichzeitig erwischt habe, während bei Sauerstoffarmut normalerweise zunächst Barsche und Grindlinge sterben würden.

NLWKN: Keine Hinweise auf Schadstoffe im Wasser

Was genau das Fischsterben in der Vechte ausgelöst hat, kann Niers nicht sagen. Ob möglicherweise Schadstoffe im Wasser für das Fischsterben verantwortlich sind, hat der NLWKN nicht untersucht. Nach Angaben eines Sprechers gibt es keinerlei Hinweise darauf.

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Dieses Thema im Programm:

Niedersachsen 18.00 | 01.08.2018 | 18:00 Uhr

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