Beamter eine Polizeispezialeinheit stehen vor einem Wohnhaus in Osnabrück. © TV7 News

Anschlag von Wien: Erneute Razzia bei Osnabrücker Islamisten

Stand: 07.07.2021 10:54 Uhr

Acht Monate nach dem islamistischen Anschlag in Wien mit vier Toten haben Ermittler Wohnungen von zwei mutmaßlichen Mitwissern in Osnabrück und Kassel durchsucht.

Wie die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe am Mittwoch mitteilte, sind die jungen Männer, die schon kurz nach dem Attentat ins Visier der Ermittler geraten waren, der Nichtanzeige geplanter Straftaten verdächtig. Demnach haben die Ermittler inzwischen Hinweise darauf, dass die beiden Männer seit einem Besuch bei dem späteren Attentäter im Juli 2020 von dessen Absichten wussten. Bei dem Besuch trafen sie laut Bundesanwaltschaft mit weiteren Islamisten aus Österreich und der Schweiz zusammen.

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Ein Haus in Osnabrück in der eine Razzia in Zusammenhang mit dem Anschlag in Wien stattfand.
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Nach Anschlag in Wien: Razzia in Osnabrücker Wohnungen

Die betroffenen Personen sind derzeit keine Tatverdächtigen, standen aber in Verbindung mit dem mutmaßlichen Attentäter. (07.11.2020) 1 Min

Wollten mutmaßliche Mitwisser Tat verschleiern?

Am Tag des Anschlags hätten die beiden Männer noch vor dessen Beginn angefangen, auf ihren Handys und in sozialen Netzwerken ihre Kommunikation mit dem Attentäter zu löschen. Sie hätten damit ihre Verbindung zu den Attentäter "verschleiern" wollen, so die Bundesbehörde. Bei der Durchsuchung der Wohnung des 20-Jährigen Osnabrückers sei es auch darum gegangen, DNA des Verdächtigen sicherzustellen, so der Anwalt des jungen Mannes gegenüber dem NDR in Niedersachsen.

DNA-Spuren auf der Tatwaffe

Der spätere Attentäter hatte den Ermittlern zufolge kurz vor dem Besuch gerade das Schnellfeuergewehr erworben, das er bei dem Anschlag benutzte. Auf der Waffe wurden später DNA-Spuren von Teilnehmern der früheren Treffen in dessen Wohnung gefunden. Der Anhänger der Terrororganisation Islamischer Staat (IS) hatte am 2. November in der österreichischen Hauptstadt vier Menschen getötet und mehr als 20 Menschen zum Teil schwer verletzt, bevor er selbst durch Polizeischüsse starb. Unter den Todesopfern war eine Deutsche.

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Polizisten stehen im Rahmen einer Durchsuchung vor einem Wohnhaus. © dpa-Bildfunk Foto: Friso Gentsch

Anschlag in Wien: Durchsuchung in Osnabrück und Bremen

Laut Ermittlungsbehörden stehen die drei Männer nicht unter Verdacht. Razzien gab es auch im Kreis Pinneberg und Kassel. (07.07.2021) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 07.07.2021 | 10:00 Uhr

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