Stand: 08.02.2018 10:27 Uhr

Telekom kündigt Zehntausenden Breitbandkunden

Breitbandausbau und schnelles Internet sind vor allem in ländlichen Regionen noch lange kein Standard. Die Anbieter modernisieren deshalb vielerorts alte, langsame Verbindungen. Wer wo technisch aufrüsten darf, ist allerdings streng geregelt. Das führt nun dazu, dass die Telekom vielen Kunden im Nordwesten Niedersachsens Internetanschlüsse kündigen will, weil dort der Konkurrent EWE für den Netz-Ausbau zuständig ist. Die Telekom müsste die EWE-Leitungen anmieten, will das aber offenbar nicht.

Angeblich rund 30.000 Kunden betroffen

Die Zahl der betroffenen Anschlüsse, die in Branchenkreisen kursiert, ist alarmierend. Allein im Versorgungsgebiet der EWE soll demnach rund 30.000 Kunden gekündigt werden. Telekom-Pressesprecher George-Stephen McKinney wollte gegenüber dem NDR keine Zahl nennen. Er bestätigte aber den Vorgang als solchen und versicherte: "Wir machen das nicht aus Jux und Dollerei."

Bisher keine Einigung mit der EWE

Um die modernisierten Leitungen der EWE nutzen zu können, müsste es einen Vertrag zwischen beiden Anbietern geben, in dem alle Einzelheiten geregelt sind, so McKinney. Soweit seien die Unternehmen aber noch nicht. Aus diesem Grund könne die Telekom ihren Kunden auch nicht verlässlich sagen, mit welcher Geschwindigkeit sie nach dem Ausbau ins Netz kommen. Deshalb würden die bestehenden Verträge gekündigt. Betroffen seien allerdings nur Telekom-Anschlüsse nach dem sogenannten VDSL-Standard. Erst im Dezember hatten EWE und Telekom angekündigt, gemeinsam bis zu zwei Milliarden Euro in den Ausbau des Glasfasernetzes investieren zu wollen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 08.02.2018 | 08:00 Uhr

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