Stand: 09.10.2019 21:36 Uhr

Fischsterben: Vorwürfe gegen Schifffahrtsamt

Nach einem massenhaften Fischsterben in einem Kies-See im Landkreis Leer erhebt der Landkreis schwere Vorwürfe gegen das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Emden. Für die Passage der "Norwegian Encore", dem neuen Luxusliner der Papenburger Meyer Werft, war die Ems drei Wochen lang ausgebaggert und der Schlick in den See gepumpt worden. Daraufhin starben dort tausende Fische.

Tote Fische.

Hätte Fischsterben verhindert werden können?

Hallo Niedersachsen -

Zu viel Salz und zu wenig Sauerstoff haben wohl zum Fischsterben im Spülsee bei Leer geführt. Im September waren dort eineinhalb Tonnen Fisch verendet, nachdem Schlick eingeleitet wurde.

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Hätte Amt Schlick an anderen Seen leiten können?

Die Sauerstoff- und Salzwerte des 40 Fußballfelder großen Sees seien sehr schlecht gewesen, sagte die Erste Kreisrätin Jenny Daun. Trotzdem habe das Wasserstraßen-und Schifffahrtsamt den Schlick in diesen fischreichen See gepumpt, anstatt ihn in einen der anderen Seen bei Neermoor umzuleiten. Die Folge: Das Amt stoppte den Einfluss des Schlicks in den See erst, als tausende Fische tot an der Oberfläche trieben.

Amtsleiter Poppen räumt Fehler ein

Eineinhalb Tonnen toten Fisches mussten die Mitarbeiter aus dem See holen. Die gleiche Menge lebendiger Fische setzten Mitarbeiter des Landesfischereiverbandes aus dem See in andere Gewässer um. Schiffahrtsamts-Chef Hermann Poppen räumte am Mittwoch Fehler ein. Einen schlechten Sauerstoff- oder Salzgehalt hätten die Fische bislang ausgehalten. Dass beide Werte zeitgleich schlecht seien - da habe man die Folgen nicht einordnen können, sagte er. Das Amt will zukünftig aus den Vorfällen lernen und den Schlick bei kritischen Werten frühzeitig auch auf andere Seen verteilen, sagte Poppen.

Dieses Thema im Programm:

Hallo Niedersachsen | 09.10.2019 | 19:30 Uhr

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