Stand: 04.05.2018 07:16 Uhr

Zukunft der Möllering-Villa bleibt ungewiss

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Der Besitzer will die geschichtsträchtige Möllering-Villa am liebsten abreißen.

Am 4. Mai 1945 ging der Zweite Weltkrieg in Norddeutschland zu Ende: Heute vor 73 Jahren traf sich der britische Oberbefehlshaber Bernard Montgomery mit Generälen der Wehrmacht, um die Kapitulation der deutschen Streitkräfte zu unterzeichnen. Die Briten hatten damals ihr Hauptquartier in einer alten Villa im Lüneburger Stadtteil Häcklingen - in der sogenannten Möllering-Villa. Das Haus steht seit 2007 unter Denkmalschutz - doch seit Jahren wird darüber gestritten, was mit dem Gebäude passieren soll.

Deutschland kapituliert in der Möllering-Villa

"Eine Schande für Lüneburg"

Die ehemals gepflegte Villa ist heruntergekommen: Das Dach ist undicht, das Holz verrottet, die Fenster sind mit Brettern vernagelt. "Es ist eine Schande für die Stadt Lüneburg", sagt der ehemalige Ortsvorsteher Häcklingens, Uwe Plath gegenüber NDR 1 Niedersachsen. Denn die habe nichts getan, um das Haus zu schützen. "Da kann man nur noch weinen", so Plath. "Wenn ich das sehe, packt mich eine richtige Wut."

Stadt ist in Zwickmühle

Auf dem Schreibtisch von Lüneburgs Stadtbaurätin Andrea Gundermann liegt seit langem der Antrag des jetzigen Besitzers, die Villa abzureißen. Eine Sanierung sei unwirtschaftlich und unzumutbar, argumentiert er. "Die Stadt ist da in einer klassischen Zwickmühle", sagt Gundermann. "Wir haben auf der einen Seite einen Bauherren, der aufgrund des baulichen Zustandes eine Unrentierlichkeitsrechnung vorgelegt hat. Auf der anderen Seite haben wir einen Verein zum Erhalt der Möllering-Villa, der dem Eigentümer ein Kaufangebot vorgelegt hat."

Kann der Verein das Geld aufbringen?

In diesem Fall greift normalerweise das Denkmalschutzgesetz. Es besagt, dass nicht abgerissen werden darf, wenn ein ernsthafter Kaufinteressant da ist, der eine Sanierung plant. Doch ob der Verein die Villa wirklich kaufen könnte und dann auch noch genügend Geld hätte, um das Haus zu sanieren, ist sehr fraglich. Selber kaufen kann die Stadt das Gebäude auch nicht, die geschätzten zwei bis drei Millionen Euro Sanierungskosten sind im Haushalt einfach nicht drin. Inzwischen haben die politischen Parteien - von den Grünen über die SPD hin zu CDU und FDP - alle ihre Unterstützung signalisiert. Eine Lösung ist aber noch nicht in Sicht.

Weitere Informationen

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 04.05.2018 | 08:00 Uhr

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