Stand: 09.07.2020 06:46 Uhr  - NDR 1 Niedersachsen

Waldbrandzentrale moniert Kooperation der Ostländer

Zu Weils Besuch in der Waldbrandzentrale in Lüneburg gehören auch ein Waldspaziergang mit Infos zum Klimaschutz und Waldbrandgefahr. Der Ministerpräsident ist auf Sommertour.

Die Waldbrandzentrale in Lüneburg hat sich bei Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) über die mangelnde Kooperation der ostdeutschen Bundesländer beim Melden von Feuern beklagt. Bei Weils Sommerreise-Station in Lüneburg kritisierte Projektleiter Helmut Beuke, dass die Zentrale der Landesforsten jährlich Dutzende mögliche Brände im Grenzgebiet melde. Doch zurück komme nichts. Der Ministerpräsident kündigte an, das Problem mit den angrenzenden Bundesländern anzusprechen.

Weil besucht Waldbrandzentrale in Lüneburg

Hallo Niedersachsen -

Auf der ersten Station seiner Sommertour durch Niedersachsen hat sich Ministerpräsident Stephan Weil bei der Lüneburger Feuerwehr über die Herausforderungen durch Waldbrände informiert.

4 bei 1 Bewertungen

Mit von 5 Sternen

bewerten

Vielen Dank.

schließen

Sie haben bereits abgestimmt.

schließen

Waldbrände auch im Harz zunehmend ein Problem

Weil betonte bei seinem Besuch, dass die Waldbrandproblematik in den zuletzt trockenen und heißen Jahren enorm zugenommen habe. Auch der Harz und Südniedersachsen seien nun anders als früher stark davon betroffen. Forst- und Brandschutzexperte Beuke zufolge ist eine automatisierte Überwachung der Wälder, wie sie von Lüneburg aus für Ostniedersachsen geschehe, für den Harz wegen der vielen Täler kaum geeignet. Allerdings seien die Überwachungsflieger von der Heide aus in diesem Jahr bereits häufiger Richtung Harz geflogen.

Videos
00:40

So schützen Sie den Wald vor Feuer

05.07.2018 12:00 Uhr

Bei der sommerlichen Trockenheit steigt die Waldbrandgefahr. Auch Waldbesucher können einen wichtigen Beitrag dazu leisten, solche Brände zu vermeiden. Video (00:40 min)

Brandgefahr führt zu mehr Einsatztagen

Zwar hat es in der ersten Jahreshälfte nicht häufiger gebrannt als in den Vorjahren, dennoch hatten die Mitarbeiter der Waldbrandzentrale mehr zu tun. Ab der dritten Gefahrenstufe ist die Zentrale besetzt, um frühzeitig eingreifen zu können. Und die galt angesichts des trockenen Frühjahrs häufiger als sonst. "Da der Hochsommer erst noch kommt, dürften uns in diesem Jahr besonders viele Einsätze bevorstehen", sagte Landesforsten-Sprecher Knut Sierk.

Hunderte Feuer früh erkannt

"Mehrere Hundert Brände haben wir so schon in einer frühen Phase erkennen können", sagte der Landesforsten-Sprecher. Bis Ende Juni seien 139 Meldungen eingegangen, 2019 seien es im selben Zeitraum 132, davor 224 Meldungen gewesen. Vom Start 2011 bis 2017 seien es im Jahresdurchschnitt 129 Meldungen bei 50 Einsatztagen in der Waldbrandzentrale gewesen. Meist seien es keine Waldbrände, die entdeckt würden, sondern andere Feuer.

Weitere Informationen

Vor 45 Jahren: Feuer-Katastrophe in der Lüneburger Heide

Trockenheit, Hitze und Wind: Im August 1975 wüten in der Südheide und im Wendland verheerende Brände. Die Einsatzkräfte bekommen sie tagelang nicht in den Griff. Fünf Feuerwehrleute sterben. (03.06.2020) mehr

Experten werten in Lüneburg Daten aus

In Lüneburg werden die Daten von 20 Überwachungskameras ausgewertet. Diese machen drei Bilder hintereinander und vergleichen dann die Grauwerte. Bei Veränderungen schlägt das System automatisch Alarm, die Experten beurteilen dann die Bilder. Das sogenannte Automatisierte Waldbrandfrüherkennungssystem (AWFS) soll eine Katastrophe wie die im August 1975 verhindern. Damals starben in der Lüneburger Heide bei einer Feuersbrunst sieben Menschen. 8.000 Hektar Wald verbrannten, 5.000 Hektar Moor und Heide wurden zerstört.

Hohe Brandgefahr in Kiefernwäldern

Aktuell sei die Gefahr von Waldbränden gering, sagte Sprecher Sierk. Der Waldbrandgefahrenindex des Deutschen Wetterdienstes zeige für große Bereiche Niedersachsens die niedrigste Warnstufe 1 an. Besonders hoch sei die Gefahr normalerweise in den lichten Kiefernwäldern im Wendland.

Weitere Informationen

Waldbrand verhindern: Land legt Aktionsplan vor

So viele Waldbrand-Warnungen wie noch nie im April sind schon in der Lüneburger Zentrale eingegangen. Mit mehr Luftüberwachung und Digitalisierung will das Land dagegenhalten. (24.04.2020) mehr

20:41

"Wir müssen Waldbrände früh erkennen"

24.04.2020 15:45 Uhr

Landesbranddirektor Jörg Schallhorn und Ina Abel vom Landwirtschaftsministerium stellen einen Aktionsplan gegen Waldbrände vor. Die Pressekonferenz zum Thema in voller Länge. Video (20:41 min)

Waldbrände: Zunahme um 70 Prozent

In Niedersachsens Wäldern hat es 2019 deutlich häufiger gebrannt als in den Jahren zuvor. Wegen des Klimawandels rechnen Experten mit einer steigenden Waldbrandgefahr. (03.04.2020) mehr

Hohe Waldbrandgefahr: Landesforsten warnen

Die Waldbrandgefahr ist in Niedersachsen trotz der kühlen Temperaturen hoch. Die Landesforsten warnen vor ausgetrockneten Böden - vor allem im Bereich der Lüneburger Heide. (26.03.2020) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 08.07.2020 | 15:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus Niedersachsen

02:45
Hallo Niedersachsen
05:57
Hallo Niedersachsen
04:32
Hallo Niedersachsen