Stand: 03.03.2017 16:57 Uhr

Vier Jahre Haft für Attacke auf Polizisten

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Vier Jahre Haft für einen Schlag: Das Amtsgericht Winsen sieht die Schuld des 33-jährigen Angeklagten als erwiesen an.

Der Faustschlag hatte es in sich. Der getroffene Polizist stürzte auf den Asphalt, schwebte tagelang in Lebensgefahr. Nur mühsam lernte er, wieder zu sprechen und zu laufen. Seit dem Vorfall in Meckelfeld im Landkreis Harburg vor eineinhalb Jahren leidet er zudem an epileptischen Anfällen und kann nicht mehr richtig hören. Im Streifendienst wird der junge Beamte nie wieder arbeiten können, wohl auch nicht im Innendienst. Der 33-jährige Schläger ist am Freitag vom Amtsgericht Winsen wegen schwerer Körperverletzung und Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte zu vier Jahren Haft verurteilt worden.

Angeklagter kann sich angeblich nicht erinnern

Die Kammer ging mit ihrem Urteil über die Forderung der Staatsanwaltschaft hinaus. Die Anklage hatte für die Attacke auf einem Dorffest Ende August 2015 eine Freiheitsstrafe von drei Jahren und drei Monaten gefordert. Der Beamte wollte am Rande der Feier eine Schlägerei zwischen dem Sicherheitsdienst einer Kneipe und mehreren Männern beenden, die nicht eingelassen worden waren. Dabei hat ihm der Angeklagte laut Gericht den Schlag verletzt. Der wiederum sagte im Prozess aus, an dem Abend betrunken gewesen zu sein und sich nicht an den Vorfall erinnern zu können. Sein Anwalt hatte deshalb auf Freispruch plädiert. Das Gericht hielt das jedoch aufgrund von Zeugenaussagen für unglaubwürdig. Der Angeklagte habe sogar heimtückisch gehandelt, indem er sich dem Polizisten von der Seite genähert und dann gezielt zugeschlagen habe. Später habe er die Rettungsmaßnahmen an dem Beamten hämisch kommentiert.

Anwalt lobt Urteil und hält schärfere Gesetze für unnötig

Weil der Richter befürchtete, dass der Angeklagte nach dem Urteilsspruch fliehen könnte, wurde er noch im Gerichtssaal verhaftet. Der Anwalt des Opfers sagte nach dem Prozess, dass dieser ein gutes Beispiel dafür sei, dass es keiner schärferen Gesetze bedürfe, um Polizisten zu schützen. Das geltende Recht müsse aber entsprechend umgesetzt werden. Dann würden potenzielle Täter abgeschreckt. Nun will der Anwalt auch zivilrechtliche Ansprüche gegen den Täter geltend machen, um für seinen Mandanten ein möglichst hohes Schmerzensgeld zu erkämpfen.

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Hallo Niedersachsen | 03.03.2017 | 19:30 Uhr

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