Seevetal: Erdbunker stammt wohl nicht von der RAF

Stand: 22.01.2021 14:05 Uhr

Das vor einer Woche entdeckte Erddepot in Seevetal ist offenbar doch nicht der RAF zuzuordnen. Nach Angaben des Landeskriminalamts deuten die Spuren eher auf die Gruppe Revolutionäre Zellen (RZ) hin.

Die gefundenen Schriftstücke und Flüssigkeiten würden aber weiterhin untersucht, sagte eine LKA-Sprecherin am Freitag. Erst wenn dies abgeschlossen sei, lasse sich genau sagen, zu welcher Gruppierung das Versteck gehört. Bei den Schriftstücken handelt es sich ihren Angaben zufolge unter anderem um Anleitungen zur Herstellung von Brand- und Sprengsätzen. Außerdem gehe es um Wundversorgung, zum Beispiel bei Schussverletzungen. In der kommenden Woche will das LKA weitere Ermittlungsergebnisse veröffentlichen.

Spuren führen zur Gruppe Revolutionäre Zellen

Am vergangenen Freitag war bei Waldarbeiten südlich von Hamburg ein vergrabenes Kunststoff-Fass mit alten Dokumenten und Chemikalien entdeckt worden. Nach einer ersten Begutachtung hatte das LKA vermutet, dass das Depot in den frühen 1980er-Jahren von der linksterroristischen Rote Armee Fraktion (RAF) angelegt worden sein könnte. Mittlerweile verdichteten sich jedoch die Hinweise auf Urheber aus den Reihen der Revolutionäre Zellen, so die Sprecherin. Auf das Konto der RZ sollen bis zu 300 Anschläge gehen, die zwischen den 1970er- und 1990er-Jahren begangen wurden. Sie richteten sich meistens gegen Gebäude, es gab aber auch Gewalt gegen Menschen.

Weitere Informationen
Seevetal: Eine Hundertschaft der Polizei durchsucht ein Waldstück, nachdem dort ein mögliches Erdversteck der RAF entdeckt wurde © Feuerwehr Seevetal Foto: Feuerwehr Seevetal

RAF-Depot in Seevetal entdeckt? LKA untersucht Fundstücke

Ende der Woche könnten Ergebnisse der kriminaltechnischen Untersuchung vorliegen. Das Depot stammt wohl aus den 80ern. (18.01.2021) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Lüneburg | 22.01.2021 | 13:30 Uhr

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