Stand: 04.04.2016 13:36 Uhr

Rost-Fässer in Gorleben: Land will mehr Kontrolle

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Radioaktivität soll bei den beschädigten Fässern nicht ausgetreten sein. (Themenbild)

Atommüllfässer sollten nicht rosten. Doch genau das ist im Atommülllager Gorleben (Landkreis Lüchow-Dannenberg) passiert - und nicht zum ersten Mal. Bei Routinekontrollen war bereits 2014 ein Fass mit Roststellen entdeckt worden. Und jetzt sind erneut zwei Fässer mit schwach radioaktivem Atommüll aufgetaucht: Die Farbe ist an einigen Stellen abgeplatzt, und sie weisen rostige Stellen auf. Das niedersächsische Umweltministerium als Atomaufsicht hat jetzt eine Untersuchung von 70 Fässern angeordnet und will außerdem die Vorschriften für die Lagerung verschärfen.

Kameras und Klimaanlage für mehr Sicherheit

Die Fässer sollen im Gorlebener Abfalllager in Zukunft so gelagert werden, dass sie jederzeit überprüft werden können. Zum Beispiel durch Kameras, kündigte Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne) an. Bislang seien die Fässer so gestapelt, dass nur die erste Reihe zu sehen sei, hatte ein Sprecher der Bürgerinitiative (BI) Umweltschutz Lüchow-Dannenberg kritisiert. Außerdem soll das Klima in der Lagerhalle besser reguliert werden, etwa durch den Einbau einer Klimaanlage mit Abluftfilter. Bisher wird die Halle über einfache Lüftungsklappen belüftet. Wenzel betonte, dass es sich um reine Vorsichtsmaßnahmen handele, Radioaktivität sei nicht ausgetreten.

Erhöhte Wachsamkeit nach Terror von Brüssel

Der Betreiber, die Gesellschaft für Nuklear Service GmbH (GNS), nach dem Verursacherprinzip die Kosten dafür übernehmen, so Wenzel. Ziel sei eine lückenlose Kontrolle, was wann wo unter welchen Bedingungen eingelagert wurde. Nach den Terror-Attacken in Brüssel hat Wenzel die GNS zudem zu erhöhter Wachsamkeit aufgefordert.

Rost zufällig entdeckt

Entdeckt worden waren die beschädigten Fässer eher zufällig - sie sollten nach Duisburg transportiert und dort neu verpackt werden. Die Genehmigung zur Lagerung der 1.300 Fässer im Abfalllager Gorleben läuft in drei Jahren aus. Das Abfalllager Gorleben, wo die zwei rostigen Fässer standen, ist auf dem Gelände des Zwischenlagers in einer gesonderten Halle untergebracht. Die Castoren mit den hoch radioaktiven Abfällen befinden sich in einer anderen Halle.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 04.04.2016 | 13:00 Uhr

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